Panorama

Handbücher für Sex-SklavinnenDas befand sich in Epsteins geheimen Lagerräumen

26.02.2026, 14:01 Uhr
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Die Ermittler fanden in einem von Epsteins Lagerräumen etliche Datenträger, die offenbar unter anderem Fotos enthalten. (Foto: picture alliance / Capital Pictures)

Jeffrey Epstein bezahlte offenbar Privatdetektive, um kompromittierendes Material in geheimen Lagerboxen vor der Polizei zu verstecken. Eine nun veröffentlichte Liste zeigt, was sich darin befand.

In den Ermittlungen rund um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein kommen immer mehr Einzelheiten ans Licht. Wie die britische Tageszeitung "Telegraph" berichtet, soll er etliche Dinge aus seinem Anwesen in Palm Beach in extra angemieteten Lagerräumen versteckt gehalten haben.

2005 führte die Polizei eine erste Razzia im Haus des US-Finanziers durch, nachdem gegen ihn Vorwürfe des Missbrauchs einer 14-Jährigen bekannt wurden. Aus den Recherchen des "Telegraph" geht hervor, dass er zuvor jedoch einen Insider-Tipp über die geplante Razzia bekommen habe.

In einem Interview mit dem US-Sender "NBC" sagte der damalige Polizeidetektiv von Palm Beach, Michael Reiter, das Haus sei vorher "aufgeräumt worden". Etwa seien sämtliche Computer mit den Aufnahmen von Epsteins Überwachungskameras verschwunden gewesen "und die Kabel hingen einfach so lose herum". Reiter bezeichnete die Vorgehensweise der Staats- und Bundesanwaltschaft im Fall Epstein als "das schlimmste Versagen des Strafrechtssystems" der heutigen Zeit. "So etwas habe ich noch nie erlebt."

"Kaum volljährig"

Dem "Telegraph"-Bericht zufolge soll Epstein die Privatdetektei Riley Kiraly engagiert haben, um besagte Computer sowie CDs, Akten und weiteres Material aus seinen Immobilien in Palm Beach und New York City in mindestens sechs Lagerboxen an verschiedenen Standorten unterzubringen.

Die Inventarliste einer der Lagereinheiten, die sich unweit seines Hauses in Florida befand, liegt dem "Telegraph" vor und wurde von dem Medium nun veröffentlicht. Demnach befanden sich darin neben drei Computern auch mehrere Nacktfotos, die womöglich Epsteins Opfer zeigen, sowie etliche Porno-DVDs, -Videos und -Hefte, in denen Teenager erotisiert werden. Die Magazine tragen unter anderem Titel wie "Gerade einmal 18" oder "Kaum volljährig".

Außerdem enthielt der Raum offenbar Handbücher für Sex-Sklavinnen, eine Liste von Masseurinnen in Florida, elf Kisten voll mit Sexspielzeug, mehrere Damen-Tangas, mehr als 2000 US-Dollar in bar, eine DVD mit dem Titel "Sea Gate Kids Reunion 03.09.2005" und mehr.

Für die Anmietung eines der Lagerräume in New York soll Epstein den Detektiven Zehntausende US-Dollar gezahlt haben. Der "Telegraph" habe Riley Kiraly kontaktiert, die Agentur habe eine Stellungnahme jedoch abgelehnt. Ihre Arbeit für Epstein sei vertraulich.

Rot verkleideter Massagesalon

Erst wenige Tage zuvor hatte die Pariser Polizei im Rahmen der Ermittlungen im Fall Epstein bisher unbekannte Fotos aus dessen Wohnung in der französischen Hauptstadt veröffentlicht.

Wie die britische "Times" berichtet, hingen mehrere Bilder von nackten oder halbnackten jungen Frauen an den Wänden der 18-Zimmer-Wohnung an der Avenue Foch, einer der exklusivsten Adressen von Paris. Außerdem hätten sich darin mehrere ausgestopfte Tiere befunden, darunter ein Elefantenkalb und ein Geier.

Ein Foto zeigt außerdem den rot verkleideten Massagesalon der Wohnung, in dem es nach Ansicht der Pariser Staatsanwaltschaft zu Vergewaltigungen und sexuellen Übergriffen gekommen sein soll.

Der "Times" zufolge waren die Fotos im Jahr 2019 von Kriminalbeamten aufgenommen worden. Damals liefen Ermittlungen gegen den ehemaligen Epstein-Mitarbeiter und Modelagenten Jean-Luc Brunel. Er soll in der Wohnung Minderjährige vergewaltigt haben und beging 2022 in einem französischen Gefängnis Suizid, während er auf seinen Prozess wartete.

Die Wohnung wurde im Jahr 2022 für mehr als 10 Millionen US-Dollar an den bulgarischen Geschäftsmann Georgi Tuchev verkauft - rund drei Jahre, nachdem auch Epstein sich im Gefängnis das Leben genommen hatte.

Quelle: ntv.de, apr

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