Panorama

Wertekodex in Südstaat Alabama Wärter kontrolliert vor Hinrichtung Rock von Reporterin

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Drei Stunden suchten die Wärter nach einer Vene im Arm des Verurteilten.

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Am vergangenen Donnerstag wird im US-Bundesstaat Alabama der 49-jährige Joe Nathan James hingerichtet. Zwei Reporterinnen wollen darüber berichten. Doch zuvor hält es das Gefängnispersonal für nötig, ihre Kleidung genau zu begutachten.

Ein Gefängniswärter hat einer Journalistin im US-Bundesstaat Alabama den Zugang zu einer Hinrichtung verwehrt, weil er ihren Angaben zufolge ihren Rock für zu kurz befand. Sie habe diesen Rock schon mehrfach bei Hinrichtungen getragen und nie Probleme deswegen gehabt, beschreibt Reporterin Ivana Hrynkiw den Vorfall vom Donnerstag auf Twitter. Auch bei anderen beruflichen Terminen und Veranstaltungen sei es nie zu einem derartigen Vorfall gekommen. "Der Rock ist mehr als angemessen."

Zugang zur Hinrichtung erhielt die Journalistin der lokalen Nachrichtenseite AL.com trotzdem erst, nachdem ihr ein "netter Fotograf" eines Fernsehsenders eine Anglerhose ausgeliehen habe. "Wasserfeste Wathosen mit Hosenträgern wurden für angemessen befunden", schreibt Hrynkiw. Das letzte Hindernis: Ihre Schuhe, in denen ihre Zehen zu erkennen waren und die der Wärter damit ebenfalls zu freizügig fand. "Glücklicherweise hatte ich ein Paar Tennisschuhe in meinem Auto", berichtet die Journalistin. "In Anglerhosen eines unbekannten Mannes und Sportschuhen durfte ich endlich meinem Beruf nachgehen."

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Wie der britische "Guardian" berichtet, war Hrynkiw nicht die einzige Journalistin, die bei der Hinrichtung Probleme mit Wärtern hatte. Demnach sei auch bei der Reporterin Kim Chandler von der Nachrichtenagentur AP nachgemessen worden, ob ihre Kleidung ausreichend lang ist. Chandler gab auf Twitter an, dass ihr so etwas in 20 Jahren Berichterstattung von Hinrichtungen noch nie widerfahren sei.

Hingerichtet wurde in der vergangenen Woche der 49-jährige Joe Nathan James, der 1994 seine Ex-Freundin ermordet hatte. Den Angaben zufolge brauchte das zuständige Personal drei Stunden, ehe es eine passende Vene für die die Giftspritze fand. "Ein ganz normaler Vorgang", zitiert der "Guardian" einen Gefängnisvertreter.

(Dieser Artikel wurde am Montag, 01. August 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, chr

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