Spitzenwerte bis zu 46 GradHitze stört Unabhängigkeitsfeiern in den gesamten USA

In weiten Teilen der USA herrscht Extremhitze. Veranstaltungen zum Unabhängigkeitstag werden zur Gefahr für Leib und Leben. Paraden und Schauen fallen aus, die Stromnetze kommen wegen zahlreich laufender Klimaanlagen an ihre Grenzen.
Eine Hitzewelle hat in den USA zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit des Landes zahlreiche Feierlichkeiten durchkreuzt. Mehr als 185 Millionen Menschen und damit über die Hälfte der US-Bevölkerung waren laut dem nationalen Wetterdienst von Hitzewarnungen betroffen. Die Spitzenwerte des Hitzeindexes könnten in Teilen des Landes bis zu 46 Grad Celsius erreichen, wobei mehrere Städte neue Temperaturrekorde verzeichnen würden.
In der Hauptstadt Washington musste eine große Messe-Veranstaltung, auf der alle 50 Bundesstaaten präsentiert werden sollten, bei Temperaturen von 38 Grad Celsius vorübergehend geschlossen werden. In Philadelphia sagten die Behörden eine große Parade ab, nachdem das Thermometer bereits am Donnerstag auf rund 39 Grad Celsius gestiegen war. Auch in anderen Bundesstaaten wie New Jersey und New York fielen Konzerte und Feuerwerke aus.
Die extremen Temperaturen brachten zudem die Stromnetze an ihre Grenzen. Der größte US-Netzbetreiber PJM, der 67 Millionen Menschen unter anderem in der Hauptstadtregion versorgt, rief Kunden in Notfallprogrammen zur Drosselung ihres Verbrauchs auf. Das Unternehmen wies die regionalen Versorger an, die Belieferung von Kunden zu reduzieren, die sich für Notfälle vertraglich zu Einsparungen verpflichtet haben, teilte PJM mit. Grund für den Engpass seien Kraftwerksausfälle, schwer überlastete Übertragungsleitungen und der stark gestiegene Einsatz von Klimaanlagen. In New York waren am späten Freitagnachmittag rund 17.000 Haushalte ohne Strom.
Strompreis schnellt von 40 auf 2000 Dollar
Die angespannte Lage trieb auch die Kosten in die Höhe: Im Norden des Bundesstaates Virginia, wo sich die weltweit größte Dichte an Rechenzentren befindet, schoss der Großhandelspreis für Strom in dieser Woche auf über 2000 Dollar pro Megawattstunde nach oben. Außerhalb von Krisenzeiten liegt er bei etwa 40 Dollar. Analysten und PJM-Daten zufolge ist der Preisanstieg vor allem auf die hohen Kosten für die Stromübertragung durch die überlasteten Hochspannungsleitungen zurückzuführen.
Ausgelöst wurde die Hitzewelle durch ein Hochdruckgebiet, einen sogenannten Hitzedom, der heiße Luftmassen über der Region einschließt. Angesichts von gefühlten Temperaturen von bis zu 46 Grad Celsius warnten Behörden vor lebensbedrohlichen Bedingungen und riefen die Bürger auf, bei Veranstaltungen im Freien auf ausreichend Flüssigkeit und Schatten zu achten.