Panorama

Mitglieder statt Hotelgäste Hollywoods Nobel-Herberge wird exklusiver

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Von der Corona-Pandemie gebeutelt: Das Chateau Marmont musste einen großen Teil des Hotelpersonals im März entlassen. 

(Foto: imago images/ZUMA Press)

Imposant thront das Chateau Marmont über dem Sunset Boulevard in Hollywood - das Hotel gilt als Institution in der Traumfabrik. Regelmäßig feiern hier Schauspielgrößen unter Ausschluss der Öffentlichkeit rauschende Feste. Künftig sollen sogar nur noch Mitglieder Zugang zur Nobel-Herberge erhalten.

Schon Clark Gable soll sich im Chateau Marmont mit seinen Affären getroffen haben. James Dean drang in das Hotel ein, um seine Rolle in "Denn sie wissen nicht, was sie tun" zu ergattern, und Leonardo DiCaprio feierte dort seinen 21. Geburtstag. Das Chateau ist seit fast einem Jahrhundert eine legendenumwobene Institution in Hollywood. Nun soll die Nobel-Herberge aber noch exklusiver werden. Das Hotel war schon immer wählerisch bei seinen Gästen, längst nicht jeder durfte dort übernachten. Im Laufe dieses Jahres soll der Kreis der Erlauchten noch kleiner werden, wie Hotelier Andre Balazs sagte. Nur noch Mitglieder sollen dann Zugang zum Chateau Marmont haben.

"Das ist vergleichbar mit einer Superyacht", sagt Balazs, manchen vor allem bekannt als Ex-Freund von Schauspielerin Uma Thurman. "So einen Service kann man nur für handverlesene Leute anbieten." Das diskrete Hotelpersonal soll für die Mitglieder private Feiern organisieren und sich um deren Besitztümer kümmern, die sie künftig auch längerfristig im Chateau deponieren dürfen. Was die Mitgliedschaft kosten wird, ist noch ein Geheimnis.

"Wird öffentliche Komponente geben. Vielleicht ..."

Balazs hatte schon länger über die Umwandlung in ein Hotel für Mitglieder nachgedacht. Die Corona-Pandemie hat die Entscheidung nun beschleunigt. "Allein der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass man sich jetzt mit weniger Leuten umgeben sollte", sagt der Hotelier. "Im Moment ist man damit sicherer und kann sich auch mit interessanteren Menschen umgeben."

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Im Sofia-Coppola-Film "Somewhere" avanciert das Chateau zum Hauptdarsteller.

(Foto: imago/Prod.DB)

In London gibt es das Konzept von Mitglieder-Hotels schon länger, in Los Angeles ist es noch relativ neu. Der Ableger des Soho House in West Hollywood war vor zehn Jahren eines der ersten. Als Zielgruppe hat Balazs die reiche und kreative Elite im Blick, die genug hat von den traditionellen Luxushotels. Fans werden es künftig schwerer haben, im Chateau Marmont einen Blick auf ihre Stars zu erhaschen. Völlig von der Öffentlichkeit abriegeln will Balazs sein Hotel dennoch nicht. "Es wird immer eine öffentliche Komponente geben", sagt er. "Vielleicht das Restaurant."

Corona trifft Luxusherberge hart

Für die "Los Angeles Times" ist die Umwandlung in ein Mitglieder-Hotel gar keine große Neuerung: "Das Chateau Marmont war schon seit langem ein Club für VIPs, der nur so getan hat, als stehe er allen offen", schreibt die Zeitung. So richteten Beyonce und ihr Mann Jay-Z hier ihre Partys nach den Oscar-Verleihungen aus. "Die Einnahmen durch die Mitgliedsbeiträge sind ein Glücksfall für das Schloss, das wie die meisten Hotels durch die Pandemie gelitten hat", sagt Shawn Levy, der ein Buch über das Chateau Marmont geschrieben hat. Der größte Teil des Hotelpersonals war im März entlassen worden.

Als exklusive Unterkunft für Mitglieder kehrt das Chateau Marmont zurück zu seinen Wurzeln. 1929 eröffnete die Anlage, gebaut nach dem Vorbild eines französischen Schlosses, mit luxuriösen Appartements für wohlhabende Mieter. Diskretion und Exklusivität sind das Erfolgsrezept des Chateau Marmont. "Wir handeln nicht mit Glamour", sagt Balasz. "Wir handeln mit dem Dienst an unseren Gästen - Diskretion und Service und Sicherheit, Privatsphäre. Damit verdienen wir unser Geld."

Quelle: ntv.de, Andrew Marszal, AFP