"Ich habe es vermasselt"So kam es zur New Yorker Flugzeug-Katastrophe
Am New Yorker Flughafen LaGuardia kommt es am späten Abend zu einem tödlichen Unglück. Eine Maschine kollidiert nach dem Landen mit einem Truck der Feuerwehr. Jetzt scheint klar zu sein, wie das geschehen konnte.
Das verheerende Unglück am New Yorker Flughafen LaGuardia ist wohl auf einen Fehler bei den Fluglotsen zurückzuführen. Audioaufnahmen des Towers zeugen von hektischen Momenten, als die Regionalmaschine von Jazz Aviation, einem Partner von Air Canada, am kleinsten der drei New Yorker Flughäfen landete.
Offenbar gab es am späten Sonntagabend (Ortszeit) einen Feuerwehreinsatz auf oder an einer der Start- und Landebahnen. Die Rettungskräfte rückten dahin aus, erklärte der Flughafenbetreiber bereits. Doch als sie die Landebahn 4 kreuzten, krachte das Bombardier-CRJ900-Flugzeug mit 72 Passagieren und 4 Besatzungsmitgliedern in den Einsatzwagen der Flughafenfeuerwehr. Mindestens zwei Menschen, die Piloten, starben bei dem Unglück. 41 weitere Personen, 39 aus dem Flugzeug sowie zwei aus dem Feuerwehrauto, wurden in Krankenhäuser gebracht, teilte eine Sprecherin der zuständigen Hafenbehörde mit.
Die nun bekannt gewordene Audioaufzeichnung stammt aus der App von ATC.com, einer Anwendung zum live Verfolgen der Flugsicherungskommunikation an US-Flughäfen. Darin ist zu hören, wie ein Mitarbeiter im Tower einem Truck der Feuerwehr gestattet, die Landebahn 4 an der Stelle D zu queren. Anschließend spricht der Mann den Piloten eines Frontier-Fliegers an, der sich gerade auf dem Weg zu dieser Start- und Landebahn befand. Er solle an der Stelle warten, an der er zu dem Zeitpunkt war.
Dann nimmt das Unglück seinen Lauf: Der Fluglotse ruft achtmal "Stop" zu "Truck 1". Eine Reaktion ist nicht zu hören. Anschließend widmet sich der Tower-Mitarbeiter einem Delta-Flugzeug, das sich im Anflug auf LaGuardia befand. Diese Maschine solle eine Schleife fliegen. Dann bemerkt der Lotse seinen Fehler: "Jazz 646, ich sehe, Sie sind mit dem Fahrzeug kollidiert", sagt er nüchtern.
Der Mitarbeiter der Flugsicherung sichert den Piloten zu, dass Hilfe auf dem Weg sei. Doch es ist bereits zu spät. Das Cockpit ist komplett zerstört, die Cockpit-Besatzung hat keine Chance zu überleben.
In weiteren Funksprüchen fordert der Lotse die Maschine, die sich zuvor im Landeanflug befand, zum weiteren Kreisen auf. Dem ersten Flugzeug aus der Aufzeichnung sagt er, dass der Flughafen jetzt "für eine Weile" geschlossen sei. Es könne zurück zu einer Parkposition fahren. "Das war nicht schön anzusehen", entgegnet der Pilot des Frontier-Flugzeugs, das sich ganz in der Nähe der Unglücksstelle befand. Der Fluglotse schließt den Fall mit den Worten: "Ja, ich weiß. Ich versuchte, die Maschine zu erreichen, damit sie stoppt. Wir hatten noch mit einem früheren Notfall zu tun und ... ich habe es vermasselt", sagt der bislang unbekannte Mann im Tower.
Der Vorfall wird jetzt von der Polizei und den Flugsicherungsbehörden genauer untersucht. Auch Technikexperten der US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB werden am Airport LaGuardia erwartet. Der zentrale Flughafen bleibt mindestens bis zum Nachmittag (Ortszeit) gesperrt. 537 Flüge wurden bislang abgesagt.
