Panorama

20 verletzte Flüchtlinge in Calais Im "Dschungel" eskaliert wieder die Gewalt

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Bei der Essensausgabe fing der Streit an.

(Foto: REUTERS)

Das Flüchtlingslager in der Nähe der französischen Hafenstadt Calais ist bekannt für miserable Zustände. Streit während der Essensausgabe ist alltäglich. Jetzt führt eine Auseinandersetzung zu einem Gewaltausbruch mit rund 200 Beteiligten.

20 verletzte Flüchtlinge, drei verwundete Freiwillige und ein lädierter Polizist – das ist die Bilanz eines Gewaltausbruchs im "Dschungel" von Calais. Die Menschen trugen überwiegend Schnittverletzungen davon. Eine Person wurde angeschossen.

An den Auseinandersetzungen in dem Flüchtlingslager in Nordfrankreich waren rund 200 afghanische und sudanesische Flüchtlinge beteiligt. Mehrere Notunterkünfte gingen in Flammen auf. Die Ausschreitungen begannen, als in einem Hilfszentrum Essen ausgeteilt wurde. Etwa 35 Einsatzwagen von Feuerwehr und Polizei kamen, um die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen.

Der "Dschungel" von Calais ist für seine miserablen Zustände bekannt. Und knapp drei Monate nach der Teil-Räumung des provisorischen Flüchtlingslagers hat die Zahl der Migranten dort wieder deutlich zugenommen.

Offiziellen Angaben zufolge warten dort derzeit 3900 Flüchtlinge auf eine Gelegenheit, nach Großbritannien zu gelangen. Im März waren es noch 3500, nachdem die Zahl im September einen Höhepunkt von 6000 erreicht hatte.

Die Flüchtlinge aus Nahost und Afrika versuchen, sich in Lastwagen zu schmuggeln, die auf Fähren oder durch den Eurotunnel nach Großbritannien unterwegs sind. Bereits im Oktober waren zusätzliche Sperrzäune errichtet, Kameras installiert und Hunderte weitere Polizisten zur Sicherung des Hafengebietes eingesetzt worden. Zu Jahresbeginn wurden in dem Lager Container mit 1500 Betten aufgestellt. Zudem gibt es dort inzwischen auch beheizte Zelte. Ende Februar wurden dann Zelte und behelfsmäßige Unterkünfte abgerissen. Seither wurden die Maßnahmen weiter verschärft.

Quelle: ntv.de, ieh/AFP/rts