Panorama

Von der Leyen zieht EU-Ziel vor Im Juli soll Großteil Erwachsener geimpft sein

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EU-Kommissionpräsidentin Ursula von der Leyen besucht ein Pfizer-Werk in Belgien. Die EU steht kurz davor, einen neuen Vertrag mit dem Impfstoffhersteller abzuschließen.

(Foto: AP)

Bei den Corona-Impfungen soll es EU-weit deutlich schneller vorangehen. Nachdem Brüssel zunächst anpeilte, dass sich sieben von zehn Erwachsenen bis Ende des Sommers impfen lassen können, soll dies nun bereits früher der Fall sein. Außerdem ist ein neuer Vertrag mit Biontech fast fertig.

Ein Großteil der EU-Bürger kann nach Einschätzung von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen deutlich früher gegen das Coronavirus geimpft werden als ursprünglich gedacht. Sie sei zuversichtlich, dass es im Juli genügend Impfstoff gebe, um 70 Prozent der Erwachsenen in der EU zu impfen, sagte sie bei einem Besuch des Pfizer-Werks im belgischen Puurs. Bislang war dieses Ziel für den 21. September angepeilt. Zuletzt hatte bereits EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton in Aussicht gestellt, dass bis Mitte Juli ausreichend Impfstoff an die EU-Staaten geliefert werden würde, um rund 70 Prozent der Erwachsenen zu schützen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte nun, dass auf Basis der Lieferprognosen im Juni mit einem Ende der bisherigen festen Impfreihenfolge in Deutschland zu rechnen sei. Er betonte, gemeint sei "im Verlauf des Juni", nicht ab 1. Juni. Das heiße auch nicht, dass sich im Juni schon alle impfen lassen könnten. Dies werde bis in den Sommer hinein gehen.

Das erste EU-Impfziel hatten Deutschland und viele andere Mitgliedsstaaten deutlich gerissen. Eigentlich sollten bis Ende März mindestens 80 Prozent der Über-80-Jährigen sowie 80 Prozent des Personals in Gesundheits- und Sozialberufen in den EU-Staaten geimpft sein. Doch blieb ein Großteil der Länder deutlich unter diesem Wert.

In der EU hatten die Impfungen gegen das Coronavirus Ende Dezember begonnen. Die Impfkampagne wurde dann aber durch massive Lieferengpässe ausgebremst, insbesondere beim britisch-schwedischen Hersteller Astrazeneca. Von der Leyen betonte nun, dank "verlässlicher Partner" wie Biontech/Pfizer sei es inzwischen möglich gewesen, die Impfungen zu beschleunigen. Mit dieser Woche werde die EU die Marke von 150 Millionen ausgelieferten Dosen überschreiten. Inzwischen hätten 123 Millionen Menschen in der EU eine Impfung erhalten.

EU plant Riesenbestellung bei Biontech

Für die Zukunft setzt Brüssel verstärkt auf Biontech/Pfizer. Der angekündigte EU-Vertrag zum Kauf von weiteren 1,8 Milliarden Dosen Corona-Impfstoff des Herstellers ist nach den Worten der Kommissionschefin fast fertig. "Wir werden in den nächsten Tagen abschließen", sagte sie. Von der Leyen hatte am 14. April bestätigt, dass mit dem deutschen Unternehmen Biontech und dessen US-Partner Pfizer über die Lieferung der Riesenmenge verhandelt wird. Sie soll bis 2023 geliefert werden.

Damit sollen Impfungen von Erwachsenen aufgefrischt und die 70 bis 80 Millionen Kinder in der EU gegen das Coronavirus immunisiert werden. Schon jetzt hat die EU zwei Rahmenverträge mit Biontech/Pfizer über 600 Millionen Impfdosen, die seit Ende 2020 nach und nach ausgeliefert werden. Allein im zweiten Quartal - also von Anfang April bis Ende Juni - erwartet die EU 250 Millionen Impfdosen der Hersteller.

Deren mRNA-Impfstoff war der erste, der in Europa zugelassen wurde. Er gilt als sehr wirksam und sehr sicher. Ein Vorteil der neuartigen mRNA-Technologie ist, dass Impfstoffe relativ schnell auch an Virenmutationen angepasst werden können. Dies dürfte bei den Auffrischungsimpfungen wichtig werden. Als Nachteil gilt, dass das Präparat sehr tief gekühlt gelagert werden muss und dass es vergleichsweise teuer ist.

Quelle: ntv.de, hul/dpa/AFP

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