Panorama

Studie zum Trinkverhalten In Bremen leben im Schnitt die meisten Alkoholiker

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In allen ostdeutschen Ländern ist die Rate der Alkoholkranken realtiv hoch.

(Foto: imago images/avanti)

In Deutschland greifen im Schnitt 14 Menschen pro 1000 Einwohner regelmäßig zur Flasche. Eine Studie der Barmer Ersatzkasse errechnet allerdings gewaltige Unterschiede zwischen den Bundesländern. In Bremen leben die meisten Alkoholiker. Und im Osten trinken die Bürger mehr als im Westen.

In Bremen und Mecklenburg-Vorpommern gibt es deutlich mehr alkoholkranke Menschen als im Bundesschnitt. Das geht aus einer Auswertung des Instituts für Gesundheitssystemforschung der Barmer Krankenkasse hervor, die dem Redaktions­netzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Danach diagnostizierten Ärzte im vergangenen Jahr in Mecklenburg-Vorpommern bei 21 und in Bremen sogar bei 22 je 1000 Personen eine Alkoholabhängigkeit. Der Anteil liegt damit über 50 Prozent höher als der Bundesschnitt, der 14 Alkoholkranke je 1000 Personen verzeichnet.

Auffällig ist, dass die Rate der Alkoholkranken in allen ostdeutschen Ländern vergleichsweise hoch ist. So sind in Sachsen 19 je 1000 Personen betroffen, in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen je 17 auf 1000. Spitzenreiter im Westen sind neben Bremen auch Hamburg (18 je 1000) und Schleswig-Holstein (17 je 1000). Es folgen Niedersachsen (14), Bayern (13) sowie Nordrhein-Westfalen, Hessen, Baden-Württemberg und das Saarland mit je zwölf pro 1000 Personen. Den geringsten Anteil an Alkohol­kranken gab es in Rheinland-Pfalz mit elf je 1000 Personen.

"Die massiven regionalen Unterschiede bei der Alkohol­abhängigkeit sind rein medizinisch nicht erklärbar. Hier dürften auch sozio­demo­graphische Faktoren eine Rolle spielen", sagt die leitende Barmer-Medizinerin Ursula Marschall dem RND.

Vor allem Babyboomer betroffen

Wie aus der Barmer-Auswertung weiter hervorgeht, waren im vergangenen Jahr in Deutschland insgesamt 820.000 Männer und 329.000 Frauen erwiesenermaßen alkohol­abhängig. Dabei sind vor allem Menschen in der zweiten Lebenshälfte betroffen gewesen. So waren unter den 55- bis 60-jährigen Männern zuletzt rund 131.000 alkoholabhängig und knapp 51.000 Frauen in derselben Altersgruppe.

"Alkoholismus manifestiert sich in der Regel über viele Jahre und kommt vor allem in der Generation der Babyboomer der 50er- und 60er-Jahre vor", betonte Marschall. Damals habe Alkohol einen anderen Stellenwert gehabt. Heute stünden in der Gesellschaft dagegen die Risiken viel stärker im Vordergrund.

Gleichwohl sei die Zahl der Menschen mit der Diagnose Alkoholabhängigkeit in den vergangenen fünf Jahren von 1,09 auf 1,15 Millionen Betroffene gestiegen, wobei es vom Jahr 2019 auf 2020 einen minimalen Rückgang gegeben habe. Dieser lasse sich mutmaßlich auf die Corona-Pandemie zurückführen und die Tatsache, dass weniger Menschen ärztliche Hilfe in Anspruch genommen hätten. Dadurch seien einige Fälle auch unentdeckt geblieben, betonte die Barmer-Medizinerin.

Quelle: ntv.de, mau

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