Panorama

Mafia-Boss Rocco Morabito Brasilien liefert "Kokain-König" an Italien aus

94306988.jpg

Lebte 13 Jahre lang in Saus und Braus unter falscher Identität in Brasilien: Mafia-Boss Rocco Morabito.

(Foto: picture alliance/AP Photo)

Laut Interpol zählte er zu den "meistgesuchten Flüchtigen weltweit". Nach aufwendigen Ermittlungen wird der Mafia-Boss Rocco Morabito nun von Brasilien an Italien ausgeliefert. Eine Luxus-Party wurde dem 56-Jährigen einst zum Verhängnis.

Brasilien hat nach Angaben von Interpol und den italienischen Behörden den Mafia-Boss Rocco Morabito an Italien ausgeliefert. Morabitos Auslieferung sei eine "starke Botschaft: So mächtig das kriminelle Netzwerk der Mafia auch sein mag, unser weltweites Polizei-Netzwerk ist stärker", erklärte der Leiter der Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft von Reggio Calabria, Giovanni Bombardieri. Der 56-jährige Chef der kalabrischen 'Ndrangheta war im vergangenen Jahr nach 27 Jahren auf der Flucht festgenommen worden.

imago0119154512h.jpg

Von 1988 bis 1994 soll Morabito in den internationalen Drogenhandel verwickelt gewesen sein.

(Foto: imago images/Agencia EFE)

Morabito wurde seit 1995 von der italienischen Justiz gesucht. Erstmals war er 2017 in einem Hotel in Uruguays Hauptstadt Montevideo festgenommen worden, nachdem er 13 Jahre lang unter falscher Identität in dem südamerikanischen Land gelebt hatte.

30 Jahre Haft für "Kokain-König"

Wie "BBC" berichtet, lebte er dort in einem großen Haus, fuhr aber nur ein bescheidenes Auto. Erst als er für seine Tochter eine Luxus-Party zum Geburtstag organisierte, wurden die Nachbarn auf seinen Reichtum aufmerksam. Weil er seine Tochter dann außerdem an einer Schule unter ihrem echten Familiennamen anmeldete, ließ die Polizei ihn beobachten und schließlich inhaftieren. 2019 entkam der "Kokain-König" jedoch über das Dach seiner Haftanstalt und wurde im Mai 2021 in João Pessoa im Nordosten Brasiliens erneut festgenommen.

Uruguay verzichtete auf einen Auslieferungsantrag, um eine direkte Überstellung Morabitos in sein Heimatland zu ermöglichen, wo er in Abwesenheit zu 30 Jahren Haft verurteilt worden war. Laut Interpol gehörte er zu den "meistgesuchten Flüchtigen weltweit" und war der zweitmeistgesuchte Kriminelle in Italien. Nun traf der 56-Jährige in Begleitung mehrerer Carabinieri am Flughafen von Rom ein.

Wie die "Tagesschau" berichtet, soll Morabito von 1988 bis 1994 in den internationalen Drogenhandel verwickelt gewesen sein. Durch seine mutmaßlichen Geschäfte mit Kokain wurde er als "Kokain-König" bekannt. Er soll unter anderem für den Drogentransport in Italien, für die Verteilung in Mailand und für einen versuchten Transport von 630 Kilo Kokain 1993 aus Brasilien verantwortlich gewesen sein.

(Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 06. Juli 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, can/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen