Panorama

Wohl keine Überlebenden Iranisches Passagierflugzeug abgestürzt

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Die Maschine der Fluggesellschaft Aseman verschwand von den Radarschirmen.

REUTERS

Es ist ein Nachtflug, der die Passagiere in die iranische Stadt Yassudsch bringen soll. Doch dann geht etwas schief und die Maschine kann von der Luftüberwachung nicht mehr erfasst werden. Schließlich bestätigen sich die schlimmsten Befürchtungen.

Die iranische Fluggesellschaft Aseman hat ihre Aussage zurückgezogen, wonach bei dem Absturz einer ihrer Maschinen am Sonntag alle 66 Menschen an Bord ums Leben kamen. "Wir können nicht exakt und endgültig den Tod aller Passagiere bestätigen", sagte ein Aseman-Sprecher der Nachrichtenagentur Isna. Wegen der "speziellen Umstände" in der Region gebe es noch keinen Zugang zum Absturzort. An Bord der Maschine waren 60 Passagiere und 6 Crewmitglieder, berichtete die Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf den Chef des Katastrophenschutzes, Pirhossein Kuliwand.

Die Maschine des Typs ATR-72 der Fluggesellschaft Aseman war bei rauem Wetter auf dem Weg vom Flughafen Mehrabad nach Yassudsch im Südwestiran, sie stürzte in der Nähe der Kleinstadt Semirom im Sagros-Gebirge im Südwesten des Landes ab. Aseman bietet vor allem iranische Inlandsflüge und regionale internationale Flüge an. Bisher ist völlig unklar, wie es zu dem Unglück kommen konnte.

Das Unternehmen Asemann Airlines steht auf einer aktuellen Schwarzen Liste unsicherer Fluggesellschaften der EU-Kommission. Im Iran hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder schwere Flugzeugunglücke gegeben, für die häufig der schlechte technische Zustand der Maschinen verantwortlich gemacht wurde. Der bisher letzte Absturz ereignete sich im August 2014: Eine kleine Passagiermaschine des Typs Antonow 140 der iranischen Sepahan Airline war damals kurz nach ihrem Start auf dem Inlandsflughafen Mehrabad verunglückt. Dabei kamen 37 Menschen ums Leben, 11 wurden verletzt. Im Januar 2011 starben 77 Menschen, als eine Passagiermaschine bei einer Notlandung während eines Schneesturms in Nordwest-Iran auseinanderbrach. Im Mai 2010 stürzte ein Passagierflugzeug mit 168 Menschen an Bord ab.

Viele der Passagierflugzeuge im Iran, besonders die der kleineren Fluglinien, sind über 40 Jahre alt. Wegen der Sanktionen im Zusammenhang mit dem Atomstreit konnte der Iran jahrzehntelang keine neuen Maschinen kaufen. Erst nach dem Atomdeal von 2015 mit den fünf UN-Vetomächten sowie Deutschland gab es neue Verträge mit Airbus, ATR und auch Boeing. Bisher wurden dem Iran nur ein Dutzend der neuen Maschinen übergeben.

Quelle: n-tv.de, sba/dpa/AFP

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