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Als erstes Land weltweit Israel verbietet Handel mit Pelzen

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Allein 2015 seien über 55 Millionen Nerze für die Pelzproduktion getötet worden, berichtet Peta.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die internationale Anti-Pelz-Allianz spricht von einem "historischen Tag". Israel verbietet als erstes Land weltweit den Handel mit Pelzen. Von Tierschützen hagelt es dennoch Kritik, denn für religiöse Zwecke soll es eine Ausnahme geben.

Als erstes Land weltweit will Israel den Handel mit Pelzen für Modezwecke verbieten. Ausnahmen würden nur noch für Forschungs- oder Bildungszwecke sowie für bestimmte religiöse Traditionen - etwa für die von einigen ultraorthodoxen Juden getragenen Fellmützen (Schtreimel) - gelten, teilte das Umweltministerium mit. Demnach tritt das Verbot in sechs Monaten in Kraft.

Die internationale Anti-Pelz-Allianz, eine Koalition von 40 Tierschutzorganisationen, sprach von einem "historischen Tag". Mit seiner Entscheidung habe Israel einen "ethischen Präzedenzfall" geschaffen, schrieb sie auf Facebook. Sie rief anderen Länder auf, sich dem Beispiel anzuschließen.

Kritik hagelte es aber für die religiöse Ausnahme der Ultraorthodoxen: "Wir freuen uns sehr, dass der Pelzhandel in Israel verboten werden soll", erklärte die Society for Prevention of Cruelty to Animals in Israel (SPCA) gegenüber der "Jerusalem Post". Der Kampf sei aber noch nicht beendet, solange Ultraorthodoxe weiterhin Pelz für ihre Schtreimel verwenden dürfen. "Es ist eine primitive Art, das Judentum zu praktizieren. Wir hoffen, dass diese Praxis eines Tages verschwindet und religiöse Gründe keine Entschuldigung mehr sein werden, um mit Pelzen zu handeln."

Bei lebendigem Leibe gehäutet

Mehrere Länder haben den Pelzhandel teilweise verboten, etwa, um gefährdete Tierarten zu schützen. Wie die Tierschutzorganisation Peta bestätigt sind dies unter anderem Österreich, Großbritannien, Slowenien, Kroatien, Luxemburg, Mazedonien, Japan, Serbien und Tschechien.

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In vielen Ländern wird jedoch weiterhin mit Pelzen gehandelt. Allein 2015 seien über 55 Millionen Nerze für die Pelzproduktion getötet worden, berichtet Peta. Tierarten, die in der Pelzindustrie besonders beliebt sind, seien unter anderem Marderhunde, Waschbären, Chinchillas, Wiesel, Kaninchen, Biber, Bisamratten und Zobel.

Die Tötung der Tiere sei oft barbarisch: Wie Peta bestätigt würden beispielsweise Nerze zu Dutzenden in Kisten gesteckt und mit Auspuffgasen aus LKW-Motoren vergast. Oft kämen Tiere bei der Häutung wieder zu Bewusstsein, weil die Methode äußerst unzuverlässig sei.

Quelle: ntv.de, can/AFP

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