Panorama

"Werden 700.000 übertreffen" Italien mit Todeszahlen wie im 2. Weltkrieg

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Eine dritte Pandemie-Welle und damit weitere Tote will Italiens Regierung um jeden Preis vermeiden.

(Foto: picture alliance/dpa/LaPresse via ZUMA Press)

Statistiker prognostizieren für Italien in diesem Jahr eine Gesamtzahl an Toten wie zuletzt 1944. Allein im Zusammenhang mit Covid-19 sind bislang mindestens 65.000 Menschen gestorben. Um weitere Corona-Todesfälle zu verhindern, plant die Regierung erneute Verschärfungen über Weihachten.

Italien könnte in diesem Jahr so viele Tote verzeichnen wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. "Dieses Jahr werden wir leider mit leichtem die Grenze von insgesamt 700.000 Toten übertreffen", sagte der Präsident der italienischen Statistikbehörde Istat, Gian Carlo Blangiardo, im Fernsehsender Rai 3. Das sei ein besorgniserregender Wert, denn zuletzt hätte Italien diese Zahlen im Jahr 1944 erreicht - zur Zeit des Zweiten Weltkriegs.

Italien wurde hart von der Corona-Pandemie getroffen. Die Gesundheitsbehörden verzeichneten bislang rund 1,86 Millionen Infektionen und mindestens 65.000 Menschen, die mit einer Infektion gestorben sind. Für Weihnachten plant das Land Regierungschef Giuseppe Conte zufolge strengere Regeln. "Wir haben schon einen Plan vorbereitet, der sich speziell an die Weihnachtsfeierlichkeiten richtet", sagte der Anführer der Mitte-Links-Regierung der Zeitung "La Stampa". Jetzt seien weitere restriktive Maßnahmen notwendig. Eine dritte Welle müsse um jeden Preis verhindert werden, weil sie verheerend sein könnte, auch in Bezug auf den Verlust von Menschenleben, erklärte der parteilose Anwalt weiter.

Anfang Dezember hatte die Regierung in Rom für das Land mit rund 60 Millionen Einwohnern bereits schärfere Regeln für die Zeit um Weihnachten und Neujahr vereinbart, wie zum Beispiel eine verlängerte Ausgangssperre für die Nacht von Silvester auf Neujahr. Die Regeln sollen vom 21. Dezember an bis 6. Januar gelten. Auch das Reisen innerhalb Italiens wurde stark reglementiert.

Die Statistikbehörde Istat veröffentlichte weitere neue Zahlen zur italienischen Bevölkerung. So sank die Geburtenzahl des Mittelmeerlandes von 420.000 im Jahr 2019 auf 400.000 in diesem Jahr. Für den 31. Dezember dieses Jahres erwarteten die Statistiker eine Zahl von rund 59,641 Millionen Bürgern in Italien und damit etwa 175.000 weniger als ein Jahr zuvor. Die italienische Bevölkerung wird den Daten der Behörde zufolge zudem immer älter. Das Durchschnittsalter stieg von 43 (2011) auf nun 45 Jahre.

Quelle: ntv.de, chf/dpa

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