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Nicht jede wehrt sich Jede vierte Frau im Job sexuell belästigt

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Vor allem jüngere Männer und Frauen sind betroffen.

(Foto: imago)

Sexuelle Belästigung und Sexismus: Einer aktuellen Umfrage zufolge hat das mehr als jede vierte Frau selbst an ihrem Arbeitsplatz erlebt. Ein Viertel hat zudem das Gefühl, dass Belästigung und Sexismus zunehmen. Dafür gibt es einen ganz bestimmten Grund.

Mehr als jede vierte Frau in Deutschland ist an ihrem Arbeitsplatz schon Opfer von sexueller Belästigung und Sexismus geworden: Konkret gaben bei einer aktuellen Umfrage 26 Prozent der Frauen an, in ihrem Arbeitsumfeld schon einmal selbst Formen von sexueller Belästigung oder von sexistischem Verhalten erlebt zu haben. Das zeigt eine in Berlin vorgestellte Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Beamtenbunds dbb.

Rechnet man die Frauen dazu, die bei Kolleginnen oder Kundinnen eine solche Belästigung wahrgenommen haben, sind es sogar 35 Prozent. Männer haben der Umfrage zufolge dagegen erst zu sechs Prozent selbst sexuelle Belästigung oder sexistisches Verhalten erlebt.

Ob die Befragten im öffentlichen Dienst oder in der Privatwirtschaft arbeiten, macht dabei keinen großen Unterschied - wohl aber, wie alt sie sind. Am stärksten von sexueller Belästigung betroffen sind nach eigenen Angaben die 14- bis 29-jährige Frauen und Männer, gefolgt von Menschen über 60.

Fast die Hälfte - 44 Prozent der Betroffenen - gab an, in irgendeiner Weise gegen Sexismus und Belästigung vorgegangen oder sich Hilfe geholt zu haben. Die, die das nicht taten, unternahmen unter anderem aus Angst und Unsicherheit nichts (19 Prozent), weil sie berufliche Nachteile befürchteten (zehn Prozent) oder konnten nichts unternehmen, weil die Belästigung vom Chef oder Vorgesetzten ausging (sechs Prozent). 

Rund ein Viertel der Frauen hat zudem das Gefühl, dass sexuelle Belästigung und sexistisches Verhalten im Job in den vergangenen fünf Jahren zugenommen haben. Forsa-Chef Manfred Güllner führte das und den hohen Anteil der Betroffenen aber auch darauf zurück, dass die Sensibilität durch die MeToo-Debatte über Sexismus und Missbrauch gestiegen sei. Der Vorsitzende des dbb Beamtenbund und Tarifunion, Ulrich Silberbach, forderte die Zulassung von Verbandsklagen. "Damit könnten wir den Diskriminierungsopfern besser den Rücken stärken."

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa

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