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Durchfallerreger im Fleisch Jedes zweite Hähnchen im Handel ist kontaminiert

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Viele Hähnchen in Deutschland sind mit Bakterien belastet.

picture alliance / Britta Peders

Im deutschen Handel sind mehr als die Hälfte der Masthähnchen mit krankmachenden Bakterien belastet, teilt die Bundesregierung mit. Verbraucherschützer fordern nun strengere Kontrollen von Schlachthäusern und eine sorgfältigere Hygiene.

Im deutschen Lebensmitteleinzelhandel ist mehr als jede zweite Hähnchenfleischprobe mit einem Durchfallerreger kontaminiert. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage des Grünen-Fraktionschefs Anton Hofreiter hervor, die RTL/n-tv vorliegt. Demnach enthielten 51,8 Prozent der Proben im Jahr 2017 den Erreger Campylobacter, während es 2011 noch 31,6 Prozent waren.

Direkt an den Schlachthöfen habe das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) im vergangenen Jahr sogar bei 78,8 Prozent der Masthähnchen den Durchfallerreger gefunden, hieß es weiter. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts führt Campylobacter zu 60.000 bis 70.000 gemeldeten Erkrankungen pro Jahr, die Dunkelziffer ist vermutlich deutlich höher. Vor allem Kinder, Ältere und Schwangere sind häufig betroffen. Bei einer Infektion können zunächst Kopfschmerzen, Fieber und Kraftlosigkeit auftreten. Typisch sind auch Durchfall und starke Bauchkrämpfe. Die Erkrankung dauert rund eine Woche, manchmal auch länger.

Wieder was gelernt

Hähnchenfleisch ist oft mit einem Durchfallerreger belastet. Wie wir uns schützen können, hören Sie in dieser Ausgabe von "Wieder was gelernt" - dem Podcast von n-tv.de. Abonnieren Sie unsere Podcasts auch auf iTunes, Spotify und Deezer oder per Feed in der Podcast-App Ihrer Wahl.

Hofreiter forderte, die Bundesregierung müsse für mehr Hygiene auf den Schlachthöfen sorgen. Der Chef des Verbraucherschutzzentrale Bundesverband (vzbv), Klaus Müller, sagte: "Entscheidend ist, dass Schlachthäuser besser kontrolliert und zu verbesserten Hygienemaßnahmen verpflichtet werden."

Der Bundesverband des Lebensmittelhandels wies darauf hin, dass die in den USA zulässige Methode, Keime auf dem Fleisch durch Chlor zu beseitigen, in Europa nicht erlaubt sei. Auf Geflügelfleisch würden deshalb Verzehrhinweise gegeben.

Quelle: n-tv.de, jpe/AFP

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