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Sie ist 16, er 48 Josephine darf ihren Onkel lieben

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Als Josephine und ihr Onkel ihre Beziehung eingingen, war das Mädchen erst 13 Jahre alt.

Josephine, damals noch 14 Jahre jung, brennt im Sommer 2015 mit ihrem über drei Jahrzehnte älteren Onkel Gerrit durch - aus Liebe zu ihm. Ihre Eltern wollen ein Kontaktverbot durchsetzen, doch das Gericht überrascht mit seinem Urteil.

Im Sommer des vergangenen Jahres hielt die Liebes-Flucht von Josephine aus Brandenburg ganz Deutschland in Atem. Knapp fünf Wochen war die damals 14-Jährige mit ihrem 33 Jahre älteren Onkel spurlos verschwunden - bis sie in Südfrankreich aufgegriffen wurden. Doch damit war der Fall längst nicht erledigt.

Wie jetzt bekannt wurde, verklagte Josephine ihre Eltern. Mit Erfolg. Nach dem bereits Ende März 2016 gefassten, aber erst jetzt bekannt gewordenen Senatsbeschluss müssen Eltern es hinnehmen, wenn ihre Tochter im Teenager-Alter mit einem 30 Jahre älteren Mann zusammen ist. Ein Verbot der Beziehung könnte das Wohl des Kindes gefährden, urteilte das Brandenburgische Oberlandesgericht (OLG).

Konkret gingen Josephine und ihr Onkel gegen einen von ihren Eltern erwirkten Beschluss des Amtsgerichts Oranienburg (Oberhavel) vor. Die Eltern des Mädchens hatten nach ihrer Rückkehr aus Südfrankreich immer wieder versucht, den Kontakt der Tochter zu ihrem Onkel mit aller Macht zu unterbinden, wogegen sich das Mädchen wehrte. Unter anderem hielt sie ihren Aufenthaltsort vor ihren Eltern geheim und suchte sich, als der Konflikt weiter eskalierte, einen Verfahrensbeistand. Schließlich brachten die Eltern ihre Tochter für einige Wochen in der Psychiatrie unter.

Das Gericht lehnte das von den Eltern geforderte Kontakt- und Näherungsverbot für den Partner ihrer Tochter allerdings ab. Es befand, dass der eskalierte Konflikt Gefahren für das Wohl des Mädchens bedeute. Das Kontaktverbot wäre kein angemessenes Mittel dagegen. Den Richtern zufolge ist der Entscheidung des Mädchens ein hohes Gewicht beizumessen. Der Kindeswille könne hier nicht übergangen werden, ohne dass dadurch das Kindeswohl gefährdet würde.

Die Jugendliche habe ihren Wunsch, diese Liebesbeziehung weiter zu leben, "zielorientiert und stabil" geäußert. Die Richter sahen darin eine sehr bewusste Eigenentscheidung, die zu beachten sei.

Quelle: n-tv.de, dsi/dpa