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Brexit verschärft das Phänomen Junge Briten können nicht erwachsen werden

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Viele junge Leute trauen sich kaum, eine Familie zu gründen.

(Foto: dpa)

Zwischen 18 und 30 ist man jung, zieht zu Hause aus, fängt den ersten Job an, gründet eine eigene Familie. Doch bei vielen jungen Briten ist es die Zeit, wo sie bei den Eltern wieder einziehen und die Angst vor der Zukunft alles beherrscht.

Großbritannien ist ein Land, in dem junge Menschen derzeit nur ein Leben in der Warteschleife führen können. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des britischen Youngwomentrust unter 4000 18- bis 30-Jährigen. Die Erhebung zeige eine Generation von jungen Leuten, die angesichts der schweren Finanz-, Arbeits- und  Wohnungsprobleme zunehmend ängstlich und verzweifelt sind. Bei jungen Frauen sei die Situation noch dramatischer als bei jungen Männern.

51 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich Sorgen über die Zukunft machten. Diese Sorgen scheinen mit dem Brexit erheblich zugenommen zu haben. Im vergangenen Jahr waren nur 33 Prozent ernsthaft besorgt. Tatsächlich bekommen viele Unter-Dreißigjährigen bereits kräftig zu spüren, dass es für sie nicht so einfach ist. Ein Viertel der Befragten gab an, wieder bei den Eltern eingezogen zu sein, weil sie sich eine eigene Wohnung nicht leisten konnten. 43 Prozent waren überhaupt nie ausgezogen. Einer von fünf erhält weniger als den Mindestlohn für seine Arbeit.

Besseres Leben anderswo

Die Folgen beschreiben viele als gravierend: 42 Prozent stimmten der Aussage zu, sie seien niedergeschlagen, 38 Prozent der Männer und 46 Prozent der Frauen. 47 Prozent sprachen davon, dass es ihnen inzwischen an Selbstvertrauen mangele, 54 Prozent der Frauen und 39 Prozent der Männer. Wegen der erheblichen Unterschiede bei den Antworten der verschiedenen Geschlechter mahnt die Organisation, dass es offenbar noch härter sei, als Frau in der gegenwärtigen Situation zu leben.

Carole Easton, Chefin des Youngwomentrust, sagte dem britischen "Guardian", die Ergebnisse seien beschämend. Viele junge Menschen seien in einem ständigen Kampf, und das in einem Lebensalter, das eigentlich von Zuversicht geprägt sei. Es könne nicht im Interesse des Landes sein, eine ganze Generation einfach abzuschreiben. In der Umfrage hatten 56 Prozent der Befragten angegeben, sie würden überlegen, ins Ausland zu ziehen.

Quelle: n-tv.de, sba

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