Panorama

Kölner Umzug am Rosenmontag Karnevalshochburgen zoffen sich

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Der Karnevalsauftakt wurde in Düsseldorf noch pünktlich am 11.11. gefeiert. Dass die Feierlichkeiten zum Rosenmontag erst im Mai statt im März stattfinden sollen, sorgt in anderen Karnevalsstädten für Tadel.

(Foto: imago images/NurPhoto)

Der diesjährige Karnevalsauftakt erntete angesichts Corona bundesweit Kritik. Dennoch rügen mehrere Städte Düsseldorfs Entscheidung, die Session erst im Mai zu feiern. Ein "jahrhundertealtes Brauchtum" verschiebe man nicht einfach, die Stadt handele lediglich aus wirtschaftlichen Gründen.

Krach zwischen den rheinischen Karnevalshochburgen: Die Verschiebung des Düsseldorfer Rosenmontagszuges hat zu einem Streit mit den Karnevalisten in Köln geführt. So haben die übrigen großen Karnevalshochburgen im Rheinland einem Aufschub der Session eine klare Absage erteilt. "Der Karneval ist kein reines Partyevent, das man beliebig planen und verschieben kann. Er ist ein jahrhundertealtes Brauchtum und bewegt sich als solches in einem festen zeitlichen Rahmen", erklärte das Festkomitee Kölner Karneval. Entsprechend dem Kirchenkalender ende das Fest "zwangsläufig" an Aschermittwoch mit dem Beginn der Fastenzeit.

Vertreter der rheinischen Karnevalsstädte Köln, Aachen und Bonn hatten am Vormittag mit Vertretern der Landesregierung zur weiteren Planung rund um die Karnevalssession 2022 getagt. Dabei sei auch die am Vortag bekannt gewordene Entscheidung des Comitee Düsseldorfer Carneval, den Rosenmontagszug auf den 8. Mai zu verlegen, diskutiert worden. Der neue Termin eröffne die Chance, den Düsseldorfer Rosenmontagszug in der gewohnten Weise mit Tausenden von Zuschauern am Straßenrand durchzuführen, hieß es zur Begründung. Der Beschluss habe die Karnevalsstädte "überrascht und irritiert", hieß es in der Mitteilung.

Nicht nur "bunte Partys und kommerzielle Events"

"Es ist mehr als traurig, dass in Düsseldorf rein wirtschaftliche Gründe dafür sorgen, dass alle Regeln des Brauchtums über Bord geworfen werden", kritisierte das Festkomitee. Köln habe in den vergangenen Jahren gezeigt, dass Karneval mehr sein könne als "bunte Partys und kommerzielle Events". Man habe schon vor geraumer Zeit festgelegt, dass der Rosenmontagszug unter 2G-Bedingungen - nur für Geimpfte und Genesene - stattfinden werde. Allerdings würden die Planungen immer wieder den aktuellen Entwicklungen angepasst. Sollte die Pandemielage es nicht anders zulassen, würden auch dieses Mal kreative Lösungen gefunden.

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Nach Angaben der Stadt Köln von Donnerstag hatte der Karnevalsauftakt am 11.11. unter 2G-Bedingungen keinen signifikanten Einfluss auf das Corona-Infektionsgeschehen. Statt eines "sprunghaften" Anstiegs der Inzidenzen sei eine "eher gleichmäßige Fortsetzung des zuvor schon vorhandenen kontinuierlichen Anstiegs" zu beobachten.

Demnach lassen sich 426 positive Corona-Fälle auf den Elften im Elften zurückführen. Beim überwiegenden Großteil verlaufe die Erkrankung mild. Nach eigenen Angaben hatten sich 80 Prozent der Infizierten hauptsächlich bei Feierlichkeiten in Innenräumen aufgehalten.

Quelle: ntv.de, mbu/AFP/dpa

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