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Missbrauch von Minderjährigen Katholischer Ordenslehrer muss lange in Haft

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Der Lehrer wurde in vier Fällen für schuldig befunden.

(Foto: dpa)

Es ist das erste Urteil im weitreichenden Missbrauchsskandal um den Orden der Maristen-Brüder: Ein spanischer Lehrer muss für mehr als 20 Jahre ins Gefängnis. Er soll mehrere minderjährige Schüler sexuell missbraucht haben. Seine Taten entschuldigt er mit der eigenen Vergangenheit.

Ein spanisches Gericht hat einen ehemaligen Lehrer an einer katholischen Ordensschule wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Nach dem Urteil der Richter in Barcelona muss Joaquín Benítez für 21 Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Er wurde in vier Fällen für schuldig befunden. Außerdem muss er insgesamt 120.000 Euro an vier Opfer zahlen; sollte er zahlungsunfähig sein, muss der Orden einspringen.

Das Urteil ist das erste in einem weitläufigen Missbrauchsskandal um Schulen des Ordens der Maristen-Brüder. Der Skandal war 2016 ans Licht gekommen: Insgesamt wurden zwölf Lehrer beschuldigt. Benítez hatte fast 30 Jahre an einer Schule der Maristen in Barcelona unterrichtet. In seinem Büro habe er eine Liege gehabt, auf der er seine Opfer im Alter von 14 und 15 Jahren sexuell missbraucht habe. Insgesamt hatten 17 ehemalige Schüler Vorwürfe erhoben.

Der Angeklagte hatte im Prozess um Verzeihung gebeten. Gleichzeitig führte er seine eigenen Erfahrungen mit sexuellem Missbrauch als katholischer Internatsschüler als Entschuldigung an. Er habe selbst als Opfer derartige Praktiken "instinktiv als ein praktisch normales Verhalten" angesehen.

Die Ordensgemeinschaft der Maristen-Schulbrüder wurde im 19. Jahrhundert gegründet und ist in rund 80 Ländern vertreten. Sie widmen sich vornehmlich der Bildung und Erziehung Jugendlicher. Der Orden war auch in einem weitreichenden Missbrauchsskandal in Chile 2017 verwickelt, in dessen Verlauf 34 Bischöfe des Landes zurücktreten mussten.

Quelle: n-tv.de, lri/AFP

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