Panorama

Todesursache bleibt unklarKeine Säuglingsentführung in Renningen? Polizei verdächtigt Mutter

24.06.2026, 16:43 Uhr
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Ein Polizist bei der Suche nach dem Jungen. (Foto: picture alliance/dpa)

Eine Mutter im süddeutschen Renningen meldet der Polizei, ihr Kind sei aus dem Kinderwagen entführt worden. Eine Suchaktion startet. Das Kind wird tot aufgefunden. Im Laufe der Ermittlungen entstehen Zweifel an der Darstellung der Mutter.

Fünf Tage nach dem Fund eines toten Säuglings im baden-württembergische Renningen ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft nun gegen die Mutter. Die 32-Jährige soll das tote Kind mutmaßlich selbst am Ortsrand abgelegt haben, wie die Ermittler in Stuttgart und Ludwigsburg mitteilten. Es gebe keine Hinweise auf eine Entführung des Säuglings. Unklar ist aber weiterhin, wie der kleine Junge starb.

"Im Zuge der bisherigen Ermittlungen konnten keinerlei Hinweise auf eine Entführung des Säuglings erlangt werden", teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. "Vielmehr wird nun gegen die 32-jährige Mutter des Kindes wegen des Verdachts des Vortäuschens einer Straftat ermittelt."

Das tote Kind war am Freitag nach einer stundenlangen Suchaktion entdeckt worden. Die Mutter hatte ausgesagt, das Baby sei am späten Abend in einem unbeaufsichtigten Moment aus seinem Kinderwagen verschwunden. Lange Zeit war danach unklar, wo das Kind sein könnte. Ein DNA-Abgleich ergab den Ermittlern zufolge, dass es sich um den gesuchten drei Monate alten Jungen handelt. Die Polizei in Ludwigsburg richtete die Ermittlungsgruppe "Wagen" mit 13 Beamten ein.

Mit Hilfe von speziellen Vermessungen am Fundort der Leiche haben Experten des Landeskriminalamts zuletzt nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein dreidimensionales Modell erstellt. Dadurch können sich mögliche Abläufe rekonstruieren lassen. Zudem werden mehrere Zeugenhinweise ausgewertet. Polizei und Staatsanwaltschaft machen bislang keine Angaben dazu, ob sich die nun verdächtigte Mutter zum Verschwinden des Kindes äußert.

Quelle: ntv.de, als/AFP/dpa

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