Panorama

Suche in Tschechien geht weiter Keine Spur von achtjähriger Deutscher

Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach eines Polizeiwagens. Foto: Friso Gentsch/dpa/Symbolbild

An der Suche waren bislang über 800 Einsatzkräfte aus Tschechien und Deutschland beteiligt.

(Foto: Friso Gentsch/dpa/Symbolbild)

Eine Familie aus Berlin will ein Wanderwochenende an der deutsch-tschechischen Grenze verbringen. Nachdem die Eltern ihre Kinder beim Spielen aus den Augen verlieren, können sie nur ihren Sohn und den Neffen der Familie wiederfinden. Nun suchen Hunderte Einsatzkräfte nach der achtjährigen Tochter.

Hunderte Polizeibeamte, Feuerwehrleute und andere Helfer durchkämmen den dichten Wald rund um den tschechischen Berg Cerchov (Schwarzkopf), etwa zwei Kilometer von der bayerischen Grenzstadt Waldmünchen entfernt. Stundenlang kreist ein Polizeihubschrauber über dem unwegsamen Gelände. Alle suchen ein acht Jahre altes Mädchen aus Berlin.

Früher markierte das Gelände die Grenze zwischen Westen und Ostblock. Irgendwo steht noch eine alte Radaranlage, mit der man einst den Klassenfeind belauschte. Heute ist der Nationalpark Böhmischer Wald, der an den Bayerischen Wald grenzt, ein idyllisches Erholungsgebiet. Eine Familie aus Berlin war hier am Sonntag wandern - Sohn, Tochter und Neffe des Ehepaars spielten im Wald. Irgendwann, so schildert es die Polizei, verloren die Eltern die drei Kinder aus den Augen. Voller Angst verständigten sie Rettungskräfte. Der sechsjährige Sohn und der neunjährige Neffe des Paares wurden schließlich am frühen Sonntagabend wiedergefunden. Die achtjährige Tochter blieb verschwunden - und irgendwann wurde es dunkel und sehr kalt.

An der Suche waren bislang über 800 Einsatzkräfte aus Tschechien und Deutschland beteiligt, wie das Polizeipräsidium Oberpfalz mitteilte. Auch in der Nacht zum Dienstag wollten Einsatzkräfte die Suche fortsetzen. Dabei sollten die Helferinnen und Helfer vor allem mit geländegängigen Fahrzeugen unterwegs sein. In der Nacht und am Morgen lagen die Temperaturen in der dicht bewaldeten Gegend um den Gefrierpunkt - trotz aller Bemühungen blieb das Mädchen verschwunden. Von einem Verbrechen geht die Polizei nicht aus, das Kind habe sich wahrscheinlich verlaufen.

Am Montagmittag startete das Polizeipräsidium Oberpfalz eine Öffentlichkeitsfahndung mit einem Foto der vermissten Achtjährigen. Rund um den Berg werde intensiv nach ihr gesucht, sagte Dominic Stigler vom Polizeipräsidium in Regensburg. Am Montagnachmittag seien zeitweise über 700 Einsatzkräfte aus Bayern und Tschechien an der Suchaktion beteiligt gewesen, so Stigler - darunter Bereitschaftspolizei, Feuerwehr, Bergwacht und Rettungshundestaffel. Mehr als 40 Personensuchhunde machten sich auf die Spur des vermissten Mädchens.

"Es ist ein schwieriges Gelände, ringsherum ist tiefer Wald", sagte die tschechische Polizeisprecherin Dana Ladmanova. Alle verfügbaren Kräfte seien vor Ort im Einsatz, von Bereitschaftspolizisten bis hin zu Feuerwehrleuten. Bei der Suche helfen auch Förster und Mitarbeiter des Nationalparks Böhmischer Wald (Sumava), die sich in dem unwegsamen und teils felsigen Terrain auskennen. Die Familie der Achtjährigen werde psychologisch betreut und parallel von der Polizei befragt, sagte Polizeisprecher Stigler. Ob Eltern, Bruder und Cousin ungefähr sagen können, wo sie das Mädchen aus den Augen verloren haben? "Es ist eben ein riesiges Waldgebiet", sagt der Polizeisprecher. "Deshalb ist es für einen Sechs- und einen Neunjährigen natürlich schwierig, das zu lokalisieren."

Quelle: ntv.de, mba/mbe/dpa

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