Panorama

Nicht mal Wunderkerzen erlaubt Köln verbietet Feuerwerk rund um den Dom

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Bereits zum Neujahr 2019 herrschte um den Dom herum eine feuerwerksfreie Zone. Das soll auch 2020 wieder so sein.

(Foto: imago images / Westend61)

Mit Schwarzpulver und lautem Krach ins neue Jahr? Die traditionelle Böllerei ist in Deutschland auf dem Rückzug. In Köln verbieten die Behörden rund um den Dom herum sogar Wunderkerzen. Doch auch andere Großstädte machen der Knallerei in den Innenstädten ein Ende - wegen der Feinstaubbelastung.

Rund um den Kölner Dom wird an Silvester wieder eine feuerwerksfreie Zone eingerichtet - sie gilt sogar für Wunderkerzen. Der Sicherheitsbereich ist Teil des Silvesterkonzepts, das die Stadt mit der Polizei abgestimmt hat. Die sogenannte böllerfreie Zone gilt demnach am Silvesterabend ab 18 Uhr - Besucher und deren Taschen, Koffer und Rucksäcke werden an verschiedenen Zugängen kontrolliert. "In diesen Bereich dürfen keine Böller, Raketen oder anderes Feuerwerk mitgenommen werden - dazu gehören auch Wunderkerzen", teilte die Stadt mit.

Ähnliche Maßnahmen hatte die Stadt schon in den vergangenen Jahren ergriffen. Sie sind Lehren aus der Silvesternacht 2015/16, in der es rund um den Kölner Dom zu massiven sexuellen Übergriffen auf Frauen gekommen war. Neben der böllerfreien Zone plant Köln zum Jahreswechsel daher auch eine stärkere Beleuchtung in bestimmten Bereichen der Stadt, etwa am Bahnhofsvorplatz. Auf Rheinbrücken gelten Einschränkungen für Fußgänger, Radfahrer und Autos. Zudem soll es ein Fahrverbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen und für Lastwagen mit Anhängern in der Innenstadt geben.

Umwelthilfe: Mehr als 20 Städte verbannen Böller

Nicht nur aus Sicherheitsgründen, sondern auch wegen der Feinstaubbelastung sind Feuerwerke im Zentrum in diesem Jahr in mehr als 20 Städten verboten. Das teilte die Deutsche Umwelthilfe mit, die im Oktober rund 100 deutsche Städte wegen des Themas angeschrieben hatte. Zu den Städten, die Böllerei in stark belasteten Innenstädten verbieten, gehören laut DUH außer Köln inzwischen auch Augsburg, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dortmund, Düsseldorf, München, Nürnberg, Rostock, Stuttgart, Tübingen oder Weimar.

Nachdem mehrere Edeka- und Rewe-Filialen einen Verkaufsstopp für Feuerwerkskörper als ihren Beitrag zu mehr Umwelt- und Klimaschutz verkündet hätten und die Baumarktkette Hornbach dies für alle Filialen ab 2020 angekündigt habe, forderte die DUH die Einzelhandelsunternehmen in Deutschland dazu auf, "bereits zu diesem Silvesterfest keine Feuerwerksartikel auf Schwarzpulverbasis mehr zu verkaufen".

Quelle: ntv.de, mau/dpa