Panorama

Ermittlungsgruppe "Stempel" Kölner Polizei jagt Impfpass-Fälscher

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Mehrere gefälschte Blanko-Impfpässe haben die Ermittler schon sichergestellt.

(Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto)

Mit einem gefälschten Impfdokument lassen sich bestimmte Freiheiten illegal erschwindeln. Die Kölner Polizei geht nun seit gut einer Woche mit einer eigenen Ermittlungsgruppe gegen Fälscher von Impfnachweisen vor. Ein Erfolg ist schon zu vermelden.

Um Fälschungen in Impfpässen aufzuspüren und Fälscher zu überführen, hat die Kölner Polizei eine Ermittlungsgruppe mit Namen "Stempel" eingerichtet. Die dreiköpfige Gruppe startete am 7. Mai. "Wir wollen die Ermittlungen zusammenführen, um Tatzusammenhänge schneller zu erkennen", sagte Kommissionsleiterin Nicole Gentner dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Einen ersten Erfolg hat sie dem Blatt auch schon zu vermelden: Derzeit gebe es neun laufende Verfahren - in erster Linie wegen des Verdachts, gefälschte Impfdokumente hergestellt und angeboten zu haben.

Laut "Kölnischer Rundschau" hatten Polizisten vor wenigen Tagen ein Auto routinemäßig kontrolliert und dort mehrere gefälschte Blanko-Impfpässe gefunden. Außerdem seien gefälschte Impfpässe mit dem Namen eines Kölner Arztes aufgetaucht, der dann Anzeige erstattet habe.

Der Handel mit Impfpässen wird teils auch online koordiniert. Eine ARD-Recherche ergab schon im April, dass etwa im Messenger-Dienst Telegram in mehreren Gruppen gefälschte deutsche Impfpässe zum Kauf angeboten werden. Die Impfpässe werden mit Fotos beworben, auf denen Stempel, Unterschriften und Aufkleber mit Chargennummern zu sehen sind.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hatte unlängst davor gewarnt, gefälschte Impfausweise herzustellen oder zu nutzen. Dies sei eine Straftat, die mit einer empfindlichen Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe geahndet werden könne.

Deutschland will gemeinsam mit der EU noch im Juni einen digitalen Corona-Impfnachweis einführen. Dieser soll einen QR-Code mit digitaler Signatur zum Schutz vor Fälschungen enthalten. Bei bereits vorher vollständig Geimpften soll der Impfstatus aus dem analogen Impfpass übertragen werden. Jedoch sind bereits gefälschte Impfpässe im Umlauf, was eine Sicherheitslücke bei der Übertragung darstellen könnte.

Quelle: ntv.de, mpe/dpa

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