Panorama

Innovation aus Indien Kuhmist-Chip soll Handy-Strahlung blocken

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Hilft angeblich gegen Corona und Handystrahlung: Der Kuhmist-Chip soll in der Schutzhülle des Handys platziert werden.

(Foto: imago images/Westend61)

Dass Kühe in Indien heilig sind, ist bekannt. Allerdings soll dieser Status sie auch zu bisher ungeahnten Wunderdingen befähigen. Kuhmist preist die Regierung in Neu-Delhi als Corona-Heilmittel an. Die staatliche Kuh-Kommission hat noch eine weitere Innovation: Chips aus Kuhfladen sollen vor Elektro-Smog schützen.

Die staatliche indische Kuh-Kommission hat nach eigenen Angaben einen Chip aus Kuhmist entwickelt, der vor Handy-Strahlen schützen soll. Der Vorsitzende der im vergangenen Jahr eingerichteten Regierungsbehörde, Vallabhbhai Kathiria, sagte vor Journalisten, die Chips reduzierten die Strahlung, wenn man sie in die Schutzhülle von Mobiltelefonen einsetze. Wie genau die Technologie funktionieren soll, führte er nicht aus. Kuhmist sei ein natürliches Mittel gegen Strahlung, sagte Kathiria. "Es beschützt jeden. Wenn Sie ihn mit nach Hause bringen, wird Ihr Zuhause strahlungsfrei sein."

Der Kommissionsvorsitzende berief sich auf die "Wissenschaft", die Belege für die Wirksamkeit von Kuhmist gegen Strahlung gefunden habe. Welche Forschungen im Zusammenhang mit der Chip-Entwicklung genau angestellt wurden, sagte er nicht. Laut der Zeitung "Indian Express" soll der Chip rund 100 Rupien (1,60 Euro) kosten.

Die Kuh-Kommission war vergangenes Jahr gegründet worden, um sich mit der Herstellung von Seifen und medizinischen Produkten auf der Basis von Kuhmist zu befassen. Kühe gelten im mehrheitlich hinduistischen Indien als heilig, in vielen Bundesstaaten ist der Konsum von Rindfleisch verboten.

Auch als Corona-Medizin angepriesen

Die hindunationalistische Regierungspartei BJP von Ministerpräsident Narendra Modi hat seit ihrem Amtsantritt 2014 Millionen von Dollar in die Erforschung der Nutzungsmöglichkeiten von Kuhmist und -urin investiert. Mehrere BJP-Politiker haben die Notdurft der heiligen Tiere auch als Heilmittel gegen das Coronavirus angepriesen - obwohl es keinerlei wissenschaftliche Belege dafür gibt.

Die Schwelle von sieben Millionen Corona-Fällen hatte Indien bereits am Sonntag überschritten. Das Gesundheitsministerium des Landes meldete einen Anstieg der Neuinfektionen um fast 75.000, damit stieg die Gesamtzahl der Infizierten auf 7,05 Millionen. Das Land könnte angesichts der steigenden Fallzahlen bald die USA übertreffen. Experten gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus, da in Indien mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern nur wenig Testkapazitäten vorhanden sind.

Trotz der hohen Fallzahlen liegt Indien bei den Todesopfern weit hinter den USA (über 214.000 Tote) und Brasilien (mehr als 150.000 Tote): Bislang starben laut offiziellen Angaben mehr als 108.300 an den Folgen einer Corona-Erkrankung. Als Grund für die vergleichsweise niedrigen Zahlen führen Experten neben der Nichterfassung von Fällen allerdings auch das niedrige Durchschnittsalter der Bevölkerung an.

Quelle: ntv.de, mau/AFP

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