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Vergewaltigt und ermordet Lange Haft für Mord an Journalistin

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Für die getötete Journalistin Viktoria Marinowa ist an einem Freiheitsdenkmal in Bulgarien eine Mahnwache abgehalten worden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Oktober 2018 fällt die Journalistin Viktoria Marinowa einem brutalen Mordanschlag zum Opfer. Ein 21-jähriger Tatverdächtiger wird in Deutschland gefasst und gesteht wenig später den Überfall. Jetzt fällt in Bulgarien ein Urteil.

Ein halbes Jahr nach dem Mord an der bulgarischen Journalistin Viktoria Marinowa ist der Angeklagte zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht der nordbulgarischen Stadt Russe sprach Sewerin K. schuldig, die TV-Moderatorin vergewaltigt und ermordet zu haben. Der 21-Jährige, der nach der Tat in Deutschland gefasst worden war, hatte sich schuldig bekannt und entging dadurch einer lebenslangen Haftstrafe.

Der Mord an der Journalistin hatte international Entsetzen ausgelöst. K. hatte Marinowa im vergangenen Oktober am Ufer der Donau angegriffen, als die Journalistin joggen war. Der jetzt verurteilte Täter habe unter Drogen- und Alkoholeinfluss gestanden, heißt es. Nach Angaben von Staatsanwältin Kremena Kolizowa wurde Marinowa insgesamt sieben Mal ins Gesicht geschlagen. Dabei brach ihre Nase, sie erstickte an ihrem Blut. Nach ihrem Tod sei sie vergewaltigt worden.

TV-Bericht kein Mord-Motiv?

Ihr Leichnam war am 6. Oktober in einem Park im Stadtgebiet von Russe gefunden worden. Drei Tage später wurde K. im niedersächsischen Stade festgenommen, wo er sich bei Verwandten aufhielt. Der Staatsanwaltschaft zufolge lagen der Tat "sexuelle Motive" zugrunde. Der Beruf des Opfers spielte demnach angeblich keine Rolle.

Die 30-Jährige arbeitete als Moderatorin für den Lokalsender TVN, der wenige Tage vor ihrer Ermordung ihre Interviews mit zwei investigativen Journalisten ausgestrahlt hatte. Die Reporter berichteten über ihre Recherchen zur mutmaßlichen Veruntreuung von EU-Geldern in Bulgarien durch Geschäftsleute und Politiker.

Quelle: n-tv.de, joh/AFP

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