Panorama

"Unter 100.000 Toten bleiben" Lauterbach fordert "letzten harten Lockdown"

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Bitte noch einmal zusammenreißen, fordert Lauterbach.

(Foto: imago images/photothek)

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt in Deutschland, das Coronavirus grassiert noch immer heftig. Das bereitet Gesundheitsexperte Lauterbach Sorgen, er fordert einen "letzten harten Lockdown". Zudem will er weitere Maßnahmen.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat angesichts der schnell steigenden Inzidenzzahlen in Deutschland einen "letzten harten Lockdown" zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie gefordert. "Wir können es nicht so laufen lassen", sagte Lauterbach im Westdeutschen Rundfunk. Andernfalls würde die Sieben-Tage-Inzidenz in wenigen Wochen die 200er Marke überschreiten.

Laut Robert-Koch-Institut stieg die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Morgen auf 134,4, am Sonntag hatte sie noch bei 129,7 gelegen. Binnen eines Tages gab es dem RKI zufolge 9872 neue Infektionen mit dem Coronavirus. Erst am Sonntag hatte Lauterbach gegenüber dem "Tagesspiegel" gesagt: "Wir müssen deutlich unter 100.000 Toten bleiben." Bislang sind in der Pandemie deutschlandweit knapp 76.000 Infizierte gestorben.

Der Gesundheitsexperte forderte deswegen einen raschen neuen Corona-Gipfel und eine mindestens zweiwöchige bundesweite nächtliche Ausgangssperre. Diese Forderung wiederholte Lauterbach beim WDR. Die Bewegungsdaten der Handys zeigten, dass sich viele Menschen abends immer noch privat träfen. Das sei verständlich, müsse aber eine Zeit lang begrenzt werden. Zudem plädierte er für eine Pflicht zum Homeoffice und zu regelmäßigen Corona-Tests in den Betrieben.

Kritik übte der Gesundheitspolitiker an dem uneinheitlichen Vorgehen der Länder und den vielerorts zu beobachtenden Bemühungen, mit mehr Tests Lockerungen zu ermöglichen. "Die Wahrheit ist, wir müssen erst einmal wirklich Kontrolle in das Geschehen hineinbringen. Wir brauchen etwas, was das exponentielle Wachstum jetzt hemmt und das ist mit Lockerungen nicht zu machen." Zu glauben, Tests seien der Königsweg, mit dem man den Anstieg der Inzidenzzahlen in den Griff bekomme, sei ein Fehler. "Das lässt sich durch Testen nicht alleine wegbekommen."

Quelle: ntv.de, ara/dpa/DJ

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