Panorama

Risiko in Massenunterkünften Lauterbach warnt vor Corona in Katastrophenregionen

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In Notaufnahmelagern denkt kaum jemand an Masken und Abstand.

(Foto: imago stock&people)

An Corona denkt in den Gebieten der Hochwasserkatastrophe angesichts des Ausmaßes der Zerstörung derzeit wohl kaum jemand. Das erhöhte Risiko lässt sich aber nicht wegdiskutieren, meint SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach. Besonders in den Unterbringungen sei das Ansteckungsrisiko hoch.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat sich wegen der Corona-Ansteckungsgefahr gegen Sammelunterkünfte für Flutopfer nach den schweren Unwettern im Westen Deutschlands ausgesprochen. "Massenunterkünfte sind eine Gefahr für die Menschen, denn dort herrscht ein hohes Corona-Ansteckungsrisiko", sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die Flutopfer in den Katastrophengebieten müssten stattdessen in Hotels und Einzelunterkünften untergebracht werden, forderte er. "Es wäre fatal, wenn die ohnehin dramatische Situation in den Hochwasserregionen durch massenhafte Infektionen mit der Delta-Variante zusätzlich erschwert würde", warnte der SPD-Politiker.

Darüber hinaus forderte er, die Helfer bei den Aufräumarbeiten mit hochwertigen FFP2-Masken auszustatten. Die Unwetter in der vergangenen Woche hatten vor allem in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz in mehreren Orten schwere Schäden angerichtet. Mindestens 168 Menschen kamen ums Leben. Zahlreiche Anwohner können sich nicht mehr in ihren Häusern aufhalten.

"Enges Zusammenkommen erhöht Risiko"

Dass ein Infektionsrisiko in den Krisenregionen besteht, bestätigte auch Dr. Susanne Johna, Vorsitzende des Marburger Bundes, im Interview mit ntv. Es sei zwar verständlich, dass die Betroffenen und Helfer eng zusammenarbeiten, um die Krise zu bewältigen und sehr häufig auch bei den hohen Temperaturen draußen nicht an Masken und Abstand denken. Das erhöhe aber die Wahrscheinlichkeit einer Virusübertragung.

"Wobei wir insgesamt sagen müssen, dass ja der große Teil der Arbeiten draußen läuft, wodurch die Virusübertragung sinkt", führte Johna fort. Aber das enge Zusammenkommen von vielen Menschen, zum Beispiel auch in Turnhallen für die Übernachtung, "erhöht natürlich das Risiko".

Quelle: ntv.de, mba/AFP

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