Panorama

DNA-Abgleich liefert Ergebnis Leichenteile des Copiloten identifiziert

Forensiker können die sterblichen Überreste des Copiloten der abgestürzten Germanwings-Maschine identifizieren. Der 27-Jährige soll die Maschine bewusst zum Absturz gebracht haben. Allerdings schließen die Ermittler auch einen technischen Defekt nicht grundsätzlich aus.

Am Absturzort der Germanwings-Maschine sind laut einem Bericht Leichenteile des Copiloten entdeckt worden. Die Identifizierung der sterblichen Überreste des 27-Jährigen sei durch einen DNA-Abgleich erfolgt, meldet die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf französische Ermittler. Die Germanwings-Maschine mit 150 Menschen an Bord war am Dienstag in den französischen Alpen an einer Felswand zerschellt.

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Die Forensiker können die Leichenteile anhand von DNA-Proben zuordnen.

(Foto: AP)

Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler wurde der Absturz von Copilot Andreas Lubitz bewusst herbeigeführt. Zum Zeitpunkt des Unglücks war er allein im Cockpit. Der Flugkapitän hatte die Kabine kurz verlassen, um auf die Toilette zu gehen. Er kam danach nicht zurück ins Cockpit, weil der Copilot offenbar bewusst die Tür nicht öffnete.

Die "Bams" berichtete über das Gespräch zwischen dem Flugkapitän und dem Copiloten im Cockpit, das auf dem sichergestellten Stimmrekorder aufgezeichnet worden sei. Demnach erzählte der Pilot unter anderem, dass er es in Barcelona nicht geschafft habe, auf Toilette zu gehen. Der Copilot habe ihm daraufhin angeboten, er könne jederzeit übernehmen. Einige Minuten später habe der Flugkapitän dann zu seinem Copiloten gesagt: "Du kannst übernehmen." Daraufhin verließ er offenbar die Kabine.

Als sich die Maschine später im Sinkflug befand, ertönte im Cockpit ein automatisches Alarmsignal, wie die "Bams" weiter berichtete. Der Pilot habe dann offenbar versucht, die Tür zum Cockpit mit Gewalt zu öffnen. "Mach die verdammte Tür auf", rief er demnach. Wenig später zerschellte das Flugzeug dann an einem Bergmassiv.

Schwere Depression?

Medienberichten zufolge war Lubitz psychisch schwer krank gewesen und fürchtete um seine berufliche Zukunft. Der 27-Jährige sei von mehreren Neurologen und Psychiatern behandelt worden, berichtet die Zeitung "Welt am Sonntag" unter Berufung auf einen hochrangigen Fahnder. Der Copilot sei schwer depressiv gewesen und habe an einem "starken subjektiven Überlastungssyndrom" gelitten.

Laut "New York Times" litt Lubitz unter "massiven Sehstörungen". Aus diesem Grund habe er sich in ärztliche Behandlung begeben. Es sei nicht auszuschließen, dass die Sehprobleme seine Flugtauglichkeit gefährdet hätten.

Polizei und Staatsanwaltschaft in Düsseldorf lehnten jede Stellungnahme zu Lubitz' Krankheit ab. Die Untersuchungen konzentrieren sich nach Angaben des französischen Ermittlungsleiters Jean-Piere Michel weiter auf den Piloten. Allerdings werde auch ein technischer Defekt nicht grundsätzlich ausgeschlossen, sagte Michel im französischen Fernsehen.

Quelle: ntv.de, ghö/lsc/AFP/dpa