Panorama

Berichte über labilen ZustandLeipziger Amokfahrer wird in psychiatrische Klinik eingewiesen

05.05.2026, 18:30 Uhr
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Ermittler suchen nach den kleinsten Spuren nach der Amokfahrt in der Leipziger Innenstadt. (Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

Kurz nach der Amokfahrt in der Leipziger Innenstadt werden Details über den Verdächtigen bekannt. So wurde er kurz zuvor aus der Psychiatrie entlassen. Die Staatsanwaltschaft lässt ihn nun wieder in einer solchen Klinik unterbringen.

Nach der tödlichen Amokfahrt in Leipzig ist der Beschuldigte in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht worden. Ein Ermittlungsrichter ordnete die einstweilige Unterbringung des 33-Jährigen in der Psychiatrie an, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Es seien "dringende Gründe" dafür vorhanden, dass der Beschuldigte die Tat mit zwei Toten und zahlreichen Verletzten "im Zustand der zumindest erheblich verminderten Schuldfähigkeit begangen hat".

Der Unterbringungsbefehl geht demnach davon aus, dass der 33-Jährige mit seinem Fahrzeug in Tötungsabsicht handelte und "möglichst viele Menschen töten und schwer verletzen wollte", wie die Staatsanwaltschaft Leipzig erklärte. Die Mordmerkmale der Heimtücke und der niedrigen Beweggründe seien erfüllt. Zudem werden ihm versuchter Mord in vier Fällen jeweils in Tateinheit mit schwerem gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr vorgeworfen, schreibt die Staatsanwaltschaft weiter.

Aufgrund der bisherigen Ermittlungen und fachärztlichen Stellungnahmen sehe der Ermittlungsrichter allerdings die Voraussetzungen für eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus derzeit als gegeben an. Ob diese tatsächlich vorlägen, sei Gegenstand der laufenden Ermittlungen und einer forensisch-psychiatrischen Begutachtung des Beschuldigten. Der Unterbringungsbefehl könne jederzeit in einen Haftbefehl umgewandelt werden.

Zwei Tote, viele Verletzte

Laut Polizei war der Deutsche am Montag gegen 16.45 Uhr im Stadtzentrum in die Grimmaische Straße, die zu den zentralen Einkaufsstraßen der Stadt gehört, gefahren. In der Fußgängerzone erfasste er mehrere Menschen mit seinem Wagen. Der Fahrer brachte das Auto anschließend selbst zum Stehen und ließ sich widerstandslos festnehmen.

Durch die Amokfahrt starben zwei Menschen - eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann. Wie die Staatsanwaltschaft und die Polizei Leipzig weiter mitteilten, wurden sechs Menschen im Alter von 21 bis 87 Jahren verletzt, zwei von ihnen - ein 75 Jahre alter Mann und eine 84 Jahre alte Frau - schwer. Zudem mussten mehr als 80 Menschen nach dem Geschehen betreut werden.

Täter war freiwillig in psychiatrischer Einrichtung

Den Ermittlern zufolge wohnt der 33 Jahre alte Täter in der Region Leipzig und war wenige Tage zuvor in stationärer Behandlung in einer psychiatrischen Einrichtung. Wie das Sozialministerium in Dresden bestätigte, hatte er sich auf eigenen Wunsch freiwillig in der Klinik aufgehalten und war Ende April entlassen worden. Er war auch schon polizeilich aufgefallen, unter anderem wegen Bedrohung und ehrverletzender Delikte im sozialen Umfeld. Dabei handelt es sich um Vorfälle ohne körperliche Gewalt, etwa Beleidigungen oder Herabwürdigungen.

Zu den Hintergründen der Tat gibt es weiterhin keine gesicherten Erkenntnisse. Hinweise auf ein politisches oder religiöses Motiv liegen nach Angaben der Ermittler nicht vor.

Die Einkaufsstraße in der Leipziger Innenstadt wurde inzwischen wieder für Passanten freigegeben. Die meisten Geschäfte entlang der Straße blieben jedoch vorerst geschlossen. Nach Angaben der Stadt soll die Straße an der betroffenen Stelle baulich gesichert werden.ion gehen die Ermittler nicht aus.

Quelle: ntv.de, als/AFP/dpa

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