Panorama

Nach Tod von Bootsflüchtlingen Libysche Küstenwache bestreitet Mitschuld

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Immer wieder sterben Menschen bei dem Versuch, mit einem Schlauchboot aus Libyen zu entkommen.

(Foto: imago images / JOKER)

Am Donnerstag wird bekannt, dass vor der Küste Libyens mehrere Migranten ums Leben gekommen sind. Seenotretter werfen den Behörden vor, die Rettung der Menschen verweigert zu haben. Die libysche Küstenwache streitet jetzt ab, nicht alles versucht zu haben, um zu helfen.

Nach dem Tod mehrerer Bootsmigranten vor der Küste Libyens hat die libysche Küstenwache scharfe Anschuldigungen privater Seenotretter zurückgewiesen. Es sei falsch, dass nicht alles unternommen worden sei, um die Menschen zu retten, sagte ein Sprecher der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. Man sei trotz widriger Wetterbedingungen im Einsatz gewesen.

Am Donnerstag hatten die Retter der Hilfsorganisation SOS Méditerranée mitgeteilt, mit ihrem Schiff "Ocean Viking" eine Unglücksstelle nordöstlich der Küste Libyens erreicht zu haben. Dort waren sie auf mindestens zehn Leichen eines gekenterten Schlauchbootes gestoßen, auf dem den Angaben der Organisation zufolge rund 130 Migranten gewesen sein sollen.

Kritik von Sea-Watch

"Es gab keinerlei Koordination durch eine staatliche Rettungsleitstelle, keinerlei Unterstützung von den zuständigen Seebehörden", hatte SOS Méditerranée mitgeteilt. Die privaten Retter von Sea-Watch hatten den EU-Behörden und Frontex vorgeworfen, von dem Boot in Seenot gewusst, die Rettung jedoch verweigert zu haben.

Die EU steht wegen ihrer Kooperation mit Libyen in der Kritik. Sie unterstützt unter anderem die Ausbildung der Küstenwache in dem Bürgerkriegsland. Diese brachte im vergangenen Jahr der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zufolge Tausende Bootsmigranten wieder nach Libyen zurück, wo ihnen Gewalt und Ausbeutung drohen. Von Libyen aus brechen Flüchtlinge immer wieder in kleinen Schlauchbooten Richtung Italien auf, um Europa zu erreichen. Mehr als 350 Menschen sind in diesem Jahr nach IOM-Angaben im zentralen Mittelmeer umgekommen.

Quelle: ntv.de, nan/dpa

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