Panorama

39 Tote in Kühlcontainer Lkw-Fahrer legt Teilgeständnis ab

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Der Lkw-Fahrer soll sich wegen fahrlässiger Tötung in 39 Fällen verantworten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ende Oktober machen britische Ermittler in der Nähe von London einen grausamen Fund: Im Kühlcontainer eines Lkw befinden sich die Leichen von 39 Vietnamesen. Der Fahrer des Wagens sitzt in einem Hochsicherheitsgefängnis. Bei einem Verhör bekennt sich der 25-Jährige nun schuldig.

Der Fahrer des Londoner Todeslastwagens hat ein Teilgeständnis abgelegt: Der 25-jährige Nordire Maurice Robinson hat sich bei einem gerichtlichen Verhör im Belmarsh-Gefängnis der Verschwörung zur illegalen Einwanderung und der Bereicherung durch kriminelles Verhalten schuldig bekannt. Er soll sich auch wegen fahrlässiger Tötung in 39 Fällen verantworten. In der Nacht zum 23. Oktober waren in einem Industriegebiet östlich von London in einem Kühlcontainer die Leichen von 31 Männern und acht Frauen aus Vietnam gefunden worden.

Das Verhör Robinsons wurde per Video vom Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh in das Londoner Old-Bailey-Gericht übertragen. Zu den übrigen Anklagepunkten, zu denen auch Geldwäscherei zählt, äußerte Robinson sich zunächst nicht. Das Gericht verfügte eine Verlängerung der Haft bis zum nächsten Termin am 13. Dezember.

Berlin ist wichtiger Ort für Schleuser

Viele der Toten stammten aus dem verarmten Zentrum Vietnams und hatten sich wohl in der Hoffnung auf ein besseres Leben auf den Weg nach Großbritannien gemacht. Einige hatten sich Medienberichten zufolge einen Monat vor ihrem Tod auch in Berlin aufgehalten.

In den vergangenen Jahren habe das Schleusen von jungen Vietnamesen nach Westeuropa stark zugenommen, berichtete rbb24. Die Route führe dabei häufig über Russland, die baltischen Staaten und Polen nach Berlin.

Viele der aus ärmlichen Verhältnissen stammenden Vietnamesen würden nach einem Aufenthalt in Berlin von international operierenden Schleuserbanden weiter nach Großbritannien gebracht, heißt es in dem Bericht. Dort müssten sie häufig in Cannabis-Plantagen oder Nagelstudios ihre Schulden für die Überfahrt bei den Schleusern abarbeiten.

Quelle: ntv.de, lri/AFP