Panorama

Am Strick geführt und beleidigt Macron-Darsteller in Berlin gedemütigt

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Bereits vor wenigen Tagen ist es in Berlin zu Anti-Macron-Versammlungen gekommen.

(Foto: imago images/Steinach)

Nach der Ermordung des französischen Lehrers Paty verteidigt Präsident Emmanuel Macron die Meinungsfreiheit deutlich. Seitdem ist er Zielscheibe von muslimischen Protesten weltweit. In Berlin kommt es zu einem geschmacklosen Schauspiel. Ein Mann mit Macron-Maske wird öffentlich erniedrigt.

Im Berliner Stadtteil Neukölln hat es offenbar anti-französische Proteste gegeben. In einem Video ist zu sehen, wie ein Mann, der eine Maske des französischen Präsidenten Emmanuel Macron trägt, an einem Strick von einem Mann im weißen Gewand durch die belebte Einkaufsstraße Sonnenallee geführt und gedemütigt wird.

Wie der "Tagesspiegel" berichtet, beschimpft der Mann die als Macron verkleidete Person auf Arabisch als "Ungeziefer" und "Hund". In einer Hand trägt er einen schwarzen Gürtel, der wohl als Peitsche dienen soll. Begleitet werden die beiden von einer Gruppe von rund 20 Menschen. Ein Sprecher der Berliner Polizei sagte, dass die Polizei keine Kenntnis von dem Vorfall am Samstag habe.

Der französische Staatschef Emmanuel Macron hatte nach der Enthauptung des Lehrers Samuel Paty durch einen Islamisten in Frankreich die Meinungsfreiheit und die Veröffentlichung auch religionskritischer Karikaturen verteidigt. Macron hatte bei einer Gedenkfeier zu Ehren von Paty gesagt, Frankreich werde nicht "auf Karikaturen und Zeichnungen verzichten, auch wenn andere sich davon zurückziehen". Der Lehrer hatte im Unterricht Mohammed-Karikaturen als Beispiel für Meinungsfreiheit gezeigt. Macrons Äußerungen führten weltweit zu Protesten von Muslimen.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa