Panorama

Mordfall Kim Wall Madsen bestreitet Tote zerstückelt zu haben

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Das vermutlich letzte Foto, das Kim Wall lebend zeigt, stammt vom Abend des 10. August. An ihrer Seite ist Peter Madsen.

(Foto: REUTERS)

Dieser Fall hält die Welt in Atem: Die Journalistin Kim Wall will ein Reportage über Peter Madsen schreiben. Jetzt ist sie tot und der berühmteste Tüftler Dänemarks steht unter Mordverdacht. Doch "Raketen-Madsen" beharrt auf seiner (zweiten) Version.

Dänemarks berühmtester Tüftler Peter Madsen bestreitet, die schwedische Journalistin getötet und ihre Leiche zerstückelt zu haben. Das teilte die Kopenhagener Polizei mit. Peter Madsen sei am Donnerstag erneut verhört worden. Der Vorwurf gegen ihn laute nun Mord und Leichenschändung.

Der Torso der 30-jährigen Reporterin war Anfang der Woche angeschwemmt worden. Madsen hatte ausgesagt, Wall sei durch ein Unglück an Bord seines U-Bootes zu Tode gekommen - wie sich das seiner Aussage zufolge zugetragen haben soll, ist nicht bekannt. Madsen sitzt seit dem 12. August in Untersuchungshaft.

Die Polizei teilte weiter mit, dass die aktive Suche nach weiteren Leichenteilen am Freitag nicht fortgesetzt werde. Bei dem Gegenstand, der am Donnerstagabend an der schwedischen Küste gefunden wurde, handelte es sich nach Angaben der schwedischen Polizei nicht um menschliche Überreste. Bislang seien 656 Tipps aus Bevölkerung bei der Kopenhagener Polizei eingegangen.

Todesursache unbekannt

Kim Wall war das letzte Mal gesehen worden, als sie am 10. August an Bord des U-Bootes von Madsen ging. Sie wollte eine Reportage über den U-Boot- und Raketenbauer, den die Dänen auch "Raketen-Madsen nennen, schreiben. Als sie sich in der Nacht nicht zurückmeldete, nahm die Familie Kontakt zur Seerettung auf. Doch die Frau blieb verschwunden. Madsen hatte erst ausgesagt, er habe die Journalistin nach ihrem Besuch wieder an Land abgesetzt, wenig später habe er technische Probleme mit seinem U-Boot bekommen. Es sank. Madsen wurde gerettet.

Doch die Polizei wurde misstrauisch und nahm den Erfinder fest. Später änderte er seine Aussage und räumte ein, die Journalistin sei bei einem Unglück an Bord zu Tode gekommen. Anschließend habe er ihre Leiche in der Køge Bucht ins Wasser gelassen. Die Polizei hatte daraufhin eine große Suchaktion gestartet. Am Montag fand schließlich ein Radfahrer einen Torso am südlichen Ufer der Kopenhagen vorgelagerten Insel Amager. Kopf, Arme und Beine fehlten, sie waren abgetrennt worden.

Rechtsmediziner stellten fest, dass ursprünglich etwas Metallisches am Körper von Kim Wall befestigt gewesen sei, das die Tote vermutlich am Meeresboden hätte halten sollen. Außerdem seien zahlreiche Verletzungen am Torso festgestellt worden, durch die vermutlich Luft und Gase entweichen sollten, damit ein Auftreiben verhindert wird. Zur Todesursache könne man noch keine Angaben machen, weil die Obduktion wegen der abgetrennten Gliedmaßen äußerst schwierig sei.

Quelle: ntv.de, dsi/dpa

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