Panorama
Peter Madsen wird in Dänemark von vielen bewundert. Nun steht er unter Mordverdacht.
Peter Madsen wird in Dänemark von vielen bewundert. Nun steht er unter Mordverdacht.(Foto: dpa)
Dienstag, 05. September 2017

Mysteriöser Tod im U-Boot: Madsen erklärt, wie Kim Wall starb

Im U-Boot-Drama um Kim Wall und Peter Madsen gibt es eine überraschende Wende: Nachdem der Kapitän der "Nautilus" lange Zeit bestritt, die Journalistin getötet und ihre Leiche geschändet zu haben, lenkt er nun doch ein - und erklärt das Unglück.

Stück für Stück kommt die Wahrheit im Fall der getöteten Journalistin Kim Wall ans Licht: Nach über drei Wochen erklärt Peter Madsen nun vor Gericht, wie die Schwedin zu Tode gekommen sein soll. Seinen Angaben zufolge starb sie, weil ihr die Luke seines U-Boots auf den Kopf fiel. Er habe die Luke für die Frau aufhalten wollen, habe sie jedoch nicht mehr halten können. Mit voller Wucht sei sie zugefallen. Als Madsen die Luke wieder öffnete, habe er überall Blut gesehen, sagte er der Nachrichtenagentur Ritzau zufolge.

Zuvor hatte sich Madsen bereits der Leichenschändung schuldig bekannt. Indem er den Körper der toten schwedischen Journalistin Kim Wall dem Meer überlassen habe, habe er die Totenruhe gestört, sagte die Anwältin des dänischen U-Boot-Kapitäns vor der Verhandlung der dänischen Boulevardzeitung "BT".

Madsen sitzt nach dem Untergang der "Nautilus" seit 24 Tagen in Untersuchungshaft. Ihm werden Mord und Leichenschändung vorgeworfen. Bisher hatte er beides bestritten. Der Däne hatte lediglich ausgesagt, Wall sei an Bord der "Nautilus" ums Leben gekommen. Wie, das verschwieg er bis heute. Der Torso der 30-Jährigen war später südlich von Kopenhagen angeschwemmt worden, von ihren Gliedmaßen, ihrem Kopf und ihrer Kleidung fehlt nach wie vor jede Spur.

Zuletzt hatte die Polizei in Kopenhagen damit begonnen, die "Nautilus" mit einem Scanner abzusuchen. Das geschah aufgrund zahlreicher Hinweise, dass U-Boote im Allgemeinen - und konkret das des Erfinders Peter Madsen - über Hohlräume verfügen. Gesucht wurde nach Spuren eines Verbrechens und einer möglichen Tatwaffe.

Bei der Obduktion des Torsos stellten die Rechtsmediziner fest, dass ein Gewicht aus Metall am Körper von Wall befestigt war, um sie auf den Meeresgrund zu ziehen. Außerdem wurden zahlreiche Verletzungen festgestellt, durch die vermutlich Luft und Gase entweichen sollten, um ein Auftreiben der Leiche zu verhindern. Ob der Torso Spuren eines sexuellen Übergriffs aufwies, ist nicht bekannt.

Quelle: n-tv.de