Panorama

15-Jährige erstochen Mädchen muss für tödlichen Streit in Haft

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Angehörige haben Grablichter am Tatort aufgestellt. (Archivbild).

(Foto: picture alliance / Bernd Thissen)

Die Tat sorgt bundesweit für Entsetzen: Auf einem Parkdeck in Dortmund ersticht eine Jugendliche ein Mädchen im Streit. Nun hat ein Gericht die Täterin zu einer sechsjährigen Gefängnisstrafe verurteilt.

Nach einem tödlichen Streit in einem Dortmunder Parkhaus ist eine 17-jährige Schülerin zu sechs Jahren und vier Monaten Jugendstrafe verurteilt worden. Die Richter des Dortmunder Landgerichts bestraften die Angeklagte wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Die Staatsanwaltschaft hatte hingegen eine Verurteilung wegen Totschlags beantragt. 

Vor rund einem Jahr soll die damals 16-Jährige eine ein Jahr jüngere Bekannte mit einem Messer attackiert haben, nachdem es zu einem Streit zwischen den beiden deutschen Jugendlichen gekommen war. Ein Stich hatte die 15-Jährige in der linken Oberkörperseite getroffen. Er ging direkt ins Herz. Das Opfer hatte zwar noch ein paar Schritte gehen können, war dann aber zusammengebrochen und kurze Zeit später im Krankenhaus gestorben.

"Die Tat ist ihr unbegreiflich", sagte Verteidigerin Henriette Lyndian vor Prozessbeginn. "Ihr war anfangs überhaupt nicht klar, was da passiert ist." Die beiden Mädchen hätten sich "gezofft und gerangelt", dann sei die Situation eskaliert. "Es ging um Banalitäten", so Lyndian. "Das hat sich aufgeschaukelt." Was passiert sei, tue der 17-Jährigen auf jeden Fall unheimlich leid. Sie suche auch nicht nach Rechtfertigungen und Entschuldigungen. "Sie ist einfach nur sehr, sehr traurig."

Nach Erkenntnissen der Ermittler gehörten die beiden Mädchen zu einer Gruppe von Jugendlichen, die sich regelmäßig auf einem Parkdeck im Dortmunder Stadtteil Hörde getroffen hat. Direkt befreundet sollen sie allerdings nicht gewesen sein. Die gesamte Hauptverhandlung fand wegen des jugendlichen Alters der Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa

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