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Der 57-Jährige wird nun in eine Psychiatrie eingewiesen.
Der 57-Jährige wird nun in eine Psychiatrie eingewiesen.(Foto: dpa)
Donnerstag, 12. Juli 2018

Rachegefühle gegen Strahlenmafia: Mann für Attacke mit Auto verurteilt

Im Dezember vergangenen Jahres überfährt ein Mann mit seinem Auto eine ihm unbekannte Frau, die später ihren Verletzungen erliegt. Nun fällt das Urteil, der Täter muss zehn Jahre in Haft. Und er wird in einer Psychiatrie untergebracht.

Nach einer tödlichen Attacke mit dem Auto auf eine Fußgängerin im ostwestfälischen Minden ist der Täter wegen heimtückischen Mordes zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Zudem wurde seine Unterbringung in einer Psychiatrie angeordnet. Das Landgericht Bielefeld berücksichtigte bei dem Urteil, dass der 57-jährige Deutsche wegen einer psychischen Erkrankung vermindert schuldfähig sei. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Mit der Psychiatrie-Unterbringung folgten die Richter der Empfehlung eines Gutachters, der krankhafte Wahnvorstellungen bei dem frühpensionierten Lehrer festgestellt hatte. Das Gericht ging mit seinem Urteil über die Forderungen der Staatsanwaltschaft hinaus, die sich für acht Jahre und sechs Monate Gefängnis wegen Mordes ausgesprochen hatte.

Der Verteidiger hatte auf eine Verurteilung wegen Totschlags plädiert, aber kein Strafmaß genannt. Ob sein Klient das Urteil annehme, sei noch offen, sagte der Anwalt.

Im Prozess hatte der 57-Jährige aus Minden ein ausführliches Geständnis abgelegt und geschildert, wie er im Dezember 2017 eine ihm unbekannte Fußgängerin mit dem Auto attackiert hatte. Die 53-Jährige starb im März an den Folgen der schweren Verletzungen im Krankenhaus.

Als Motiv hatte der psychisch und körperlich kranke Mann Wut- und Rachegefühlen gegen eine angebliche Strahlenmafia angegeben. Unbekannte Menschen hätten ihn jahrelang bestrahlt und so eine unheilbare Krebserkrankung ausgelöst, behauptete er.

Quelle: n-tv.de