Panorama

Drohungen bei Facebook Marcel H.s Eltern unter Polizeischutz

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In die Trauer mischt sich Wut, die richtet sich wohl auch gegen H.s Eltern.

(Foto: dpa)

Der 19-jährige Marcel H. war mit seinen Eltern gerade umgezogen, für die ihm angelasteten Morde kehrte er nach Herne zurück. Mutter und Stiefvater werden nun offenbar bedroht.

Die Eltern des mutmaßlichen Kindermörders Marcel H. haben Polizeischutz erhalten. Das berichtet die "Bild"-Zeitung. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Bochum wollte diese Information gegenüber dem Blatt jedoch weder bestätigen, noch dementieren. Man nehme zu etwaigen Schutzmaßnahmen keine Stellung.

Der Zeitung zufolge wurden die Mutter von H. und ihr Lebensgefährte in der Nacht zu Samstag von Polizisten aus ihrer Eigentumswohnung im Gelsenkirchener Stadtteil Schalke abgeholt. Sie sollen vorläufig in einem Hotel untergebracht worden sein. Offenbar waren sie auf ihrem Facebook-Account mehrfach bedroht worden. Inzwischen sei die Seite gelöscht.

Auch für H. gelte im Gefängnis die höchste Sicherheitsstufe. Das Blatt zitiert einen Sprecher des Nordrhein-Westfälischen Justizministeriums. "Der Gefangene sitzt in Einzelhaft in einer sogenannten Schlichtzelle: Das ist ein Raum ohne Gegenstände, mit denen man sich verletzen kann." Die Zelle werde rund um die Uhr mit einer Kamera überwacht. Außerdem gebe es alle 15 Minuten Kontrollgänge, bei denen H. in Augenschein genommen werde.

Gescheiterte Suizidversuche

Damit soll wohl auch verhindert werden, dass H. sich selbst etwas antut. Er hatte nach seiner Festnahme ausgesagt, dass den beiden Tötungsverbrechen zwei gescheiterte Selbstmordversuche vorausgegangen waren. Demnach hatte H. zunächst vergeblich versucht, sich zu strangulieren. Außerdem habe er es nicht geschafft, sich mit einem alten Kohleofen zu vergiften.

H. wird vorgeworfen, den neunjährigen Jaden, einen Nachbarsjungen, mit zahlreichen Messerstichen getötet zu haben. Außerdem tötete er mutmaßlich den 22-jährigen Christopher W., bei dem er zunächst auf der Flucht Unterschlupf gefunden hatte. Als W. dies der Polizei melden wollte, erstach H. auch ihn. Von beiden Taten machte der 19-Jährige anschließend Bilder, die später im Internet auftauchten.

Quelle: ntv.de, sba