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Spur nach Deutschland "Maskenmann" im Fall Maddie verdächtigt?

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Maddies Eltern geben die Hoffnung nicht auf, dass ihre Tochter noch lebt.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Im Fall der seit Jahren verschwundenen Maddie McCann gibt es offenbar einen neuen Ermittlungsansatz. Dabei rückt ein Verdächtiger aus Deutschland ins Visier der Ermittler. Es ist jedoch nicht Martin N., der als "Maskenmann" traurige Berühmtheit erlangte.

Die portugiesische Polizei hat Meldungen dementiert, wonach der Deutsche Martin N. verdächtigt wird, mit dem Fall der seit zwölf Jahren verschwundenen Maddie McCann zu tun zu haben. N. sei nicht der neue Verdächtige, gegen den die Policia Judiciaria in Porto ermittelt, hieß es von den Behörden. Die britische "Sun" hatte zuvor gemeldet, der 48-Jährige stehe unter Verdacht. N. war 2012 wegen der Entführung und Ermordung von drei Kindern zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ihm wurden außerdem zahleiche Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern zur Last gelegt.

Das Blatt hatte sich auf Goncalo Amaral berufen, den portugiesischen Polizisten, der lange für die Ermittlungen in dem Vermisstenfall zuständig war. Demnach suche die Polizei einen "deutschen Pädophilen, der im Gefängnis ist". Die Ermittler seien auf N. durch ein Phantombild aufmerksam geworden, das einen Verdächtigen zeigen soll und auffällige Ähnlichkeiten mit dem verurteilten Deutschen hat.

N. wurde als "der Maskenmann" bekannt, weil er seit 1992 über Jahre hinweg nachts vermummt in Schullandheime, Zeltlager und später auch Privatwohnungen in Norddeutschland eingedrungen war, um Jungen sexuell zu missbrauchen. Dabei trug er schwarze Kleidung und eine Maske. In den vergangenen Jahren war N. immer wieder mit Kindern in Verbindung gebracht worden, die in Europa verschwunden sind.

N. wurde bereits befragt

In den 1990er-Jahren sei N. häufig nach Portugal gereist, hieß es außerdem. Maddie McCann verschwand im Jahr 2007 im Alter von drei Jahren  aus einer Ferienanlage in Praia de Luz an der Algarve, wo sie mit ihren Eltern und zwei kleinen Geschwistern im Urlaub war. Zu diesem Zeitpunkt soll sich angeblich auch N. in Portugal aufgehalten haben.

Gut informierten Quellen zufolge werden nun unter anderem Chatprotokolle von N. ausgewertet. Bei früheren Befragungen hatte der Mann angegeben, nichts mit dem Verschwinden des Mädchens zu tun zu haben.

Erst vor wenigen Wochen war auf der Streamingplattform Netflix eine Dokumentation über den Fall Maddie veröffentlicht worden. Darin werden mehrere Verdächtige, wie etwa die Eltern von Maddie McCann, noch einmal genauer beleuchtet.

Quelle: n-tv.de, sba

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