Panorama

Florida rüstet sich für Hurrikan "Matthew" kostet über 300 Menschenleben

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Haiti hat immer noch mit den Folgen des schweren Erdbebens von 2010 zu kämpfen und wurde nun erneut von dem schweren Sturm verwüstet.

(Foto: REUTERS)

Mit gewaltiger Kraft trifft Wirbelsturm "Matthew" auf den armen Karibikstaat Haiti. Mehr als 300 Menschen kommen dort ums Leben. Nun nimmt der Sturm Kurs auf den US-Bundesstaat Florida.

Im Karibikstaat Haiti ist die Zahl der Todesopfer durch den Hurrikan "Matthew" weiter angestiegen. Allein im Süden seien mehr als 300 Menschen ums Leben gekommen, sagte der aus der Region stammende Senator Hervé Fourcand. Nach seinen Angaben könnte die Zahl weiter steigen, da einige Gebiete immer noch von der Außenwelt abgeschnitten sind.

Der Wirbelsturm hatte in der Karibik massive Verwüstungen angerichtet. Besonders schwer wurde der Südwesten Haitis getroffen. Der Abgeordnete Pierre-Louis Ostin berichtete, dass allein in der südlichen Gemeinde Roche-à-Bateau mindestens 50 Menschen getötet worden seien. Die Hilfsorganisation Care erklärte, in der südhaitianischen 30.000-Einwohner-Stadt Jérémie habe der Sturm rund 80 Prozent der Gebäude zerstört. Schon bald könnte den Menschen die Nahrung ausgehen, warnte Care. Nach Angaben des UN-Büros für humanitäre Hilfe (Ocha) ist die Hälfte der elf Millionen Haitianer von dem Wirbelsturm betroffen, einige Regionen waren zwei Tage nach dem Durchzug des Hurrikans weiter von der Außenwelt abgeschnitten.

Nun bangt die Ostküste Floridas vor dem Sturm. Das Hurrikan-Zentrum in Miami sprach von einem "extrem gefährlichen Sturm", US-Präsident Barack Obama verhängte den Notstand für Florida und South Carolina. Floridas Gouverneur Rick Scott aktivierte 2500 Nationalgardisten. "Wir bereiten uns auf das Schlimmste vor", sagte er.

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In Haiti hat "Matthew" bereits Spuren der Verwüstung hinterlassen.

(Foto: REUTERS)

"Matthew" hatte am Donnerstag wieder an Stärke gewonnen und steuerte Florida als Hurrikan der zweitstärksten Kategorie 4 an - mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 220 Stundenkilometern. Allein im Sonnenscheinstaat waren 1,5 Millionen Menschen aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen, und weitere Hunderttausende in Georgia und South Carolina - die größte Zwangsevakuierung seit dem schweren Sturm "Sandy" im US-Osten im Jahr 2012. Insgesamt wurde für ein Gebiet mit elf Millionen Menschen eine Hurrikan-Warnung ausgegeben. Georgias Gouverneur Nathan Deal ordnete für sechs Bezirke an der Küste Evakuierungen an.

Experten nannten "Matthew" den möglicherweise gefährlichsten Sturm seit "Andrew", der vor 24 Jahren Florida getroffen hatte. Er richtete damals schwere Verwüstungen an und riss 65 Menschen in den Tod. "Bringt euch in Sicherheit, dies ist eure letzte Chance. Bleibt weg von den Stränden. Der Sturm wird euch töten", appellierte Gouverneur Scott an die Küstenbewohner. Erwartet würden schwerste Sturmfluten, Überschwemmungen, Zerstörungen, heftiger Regen und Stromausfälle für Hunderttausende Haushalte.

Verkehr liegt lahm

Nach Vorhersagen der Meteorologen in Miami sollte "Matthew" am Donnerstagabend (Ortszeit) als Hurrikan der zweitstärksten Kategorie auf einen Kurs nordwärts entlang der Küste einschwenken - in extremer Landnähe oder möglicherweise auch mit einem Landfall nach Mitternacht zwischen Fort Pierce und Melbourne. Auch die sogenannte Space Coast mit dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral galt als besonders gefährdet. Aber auch wenn das Auge des Sturms auf seinem Zug nordwärts ganz über Wasser bleiben würde, sei wegen der Küstennähe mit möglicherweise katastrophalen Auswirkungen zu rechnen, warnte das Hurrikan-Zentrum.

Bereits am Donnerstagmorgen waren mehr als 1500 Flüge in den US-Südosten vorsorglich gestrichen worden. Der Flughafen Fort Lauderdale in Florida wurde geschlossen. Die Eisenbahngesellschaft Amtrak stellte den Verkehr in die bedrohten Gebiete ein. An vielen Tankstellen bildeten sich lange Warteschlangen, in den Geschäften gab es einen Ansturm auf Notvorräte. Taschenlampen und Generatoren waren vielerorts ausverkauft.

Der Weltraumbahnhof der Nasa wurde am Donnerstag geschlossen. Mitarbeiter trafen letzte Sicherheitsvorkehrungen. Auch die Themenparks Disney World, Seaworld und Universal Studios in Orlando machten zu.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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