Im Osten hält die Gefahr noch anMehrere Massenkarambolagen auf spiegelglatten Straßen

Erst kommt der Schnee, dann Regen und Glätte: In der Nacht hält die Wetterlage vor allem die Rettungsdienste im Norden Bayerns in Atem. In Oberfranken sind 20 Fahrzeuge in eine Massenkarambolage verwickelt.
Gefrierender Regen hat in Teilen Deutschlands zu spiegelglatten Straßen und etlichen Unfällen geführt, insbesondere im Norden Bayerns. In Oberfranken kam es am Abend zu einer Massenkarambolage auf der Bundesstraße 173 bei Lichtenfels. 18 Autos, ein Lastwagen und ein Streufahrzeug waren ineinander gerutscht. Neben viel Blechschaden gab es auch 13 Verletzte, zwei von ihnen schwer. Die Straße sei so glatt gewesen, dass das benötigte Streusalz nicht an die Unfallstelle gebracht werden konnte, weil die Streufahrzeuge kaum von der Stelle gekommen seien, berichtet die Polizei. Zehn Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden.
In der Nacht war dann die A9 bei Bayreuth nach neun Unfällen in beide Richtungen vorübergehend voll gesperrt. Mehrere Menschen wurden leicht verletzt. Die Polizei sprach von bis zu zwei Zentimetern dickem Glatteis auf der Fahrbahn. Alle Spuren sollten vor dem Berufsverkehr wieder frei sein.
Wenige Stunden zuvor starb bei einem schweren Unfall auf der A6 bei Nürnberg ein Mensch in einem brennenden Auto. Ein Lkw war ins Schlingern geraten und mit dem Wagen zusammengestoßen.
Zuvor hatte der Eisregen vor allem im Norden Deutschlands für Chaos gesorgt. Die Autobahn 7 musste zwischen Henstedt-Ulzburg und Quickborn in Richtung Hamburg zeitweise komplett gesperrt werden. Die Feuerwehr berichtete von einer Massenkarambolage mit acht beteiligten Fahrzeugen. Dabei wurden vier Menschen verletzt, zwei von ihnen schwer. Bei einem weiteren Unfall stießen drei Fahrzeuge zusammen - zwei Menschen wurden verletzt. Bei einem Fahrzeug handelte es sich um einen Viehtransporter mit Rindern. Einige Tiere mussten getötet werden.
Auch die A210 war wegen Glätteunfällen in Höhe des Autobahnkreuzes Rendsburg in Schleswig-Holstein zeitweise voll gesperrt. Meistens sei es jedoch bei Blechschäden geblieben, sagte ein Polizeisprecher.
Notaufnahmen haben viel zu tun
Die Auswirkungen des Winterwetters sind derzeit auch in den Notaufnahmen zu spüren. Sie seien "extrem belastet", sagte der Vorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, der "Rheinischen Post". "Wir haben eine große Zahl an Fußgängerunfällen gesehen – überwiegend mit kleineren Verletzungen und Brüchen, aber auch mit schweren Verkehrsunfällen durch glatte Straßen."
Verantwortlich für die Glätte ist Tief "Gunda", das von Westen her zunächst Schnee und später Regen brachte, der bei eisigen Temperaturen in der Luft oder auf dem Boden gefriert. Der Deutsche Wetterdienst hatte am Montag eine Unwetterwarnung vor Glatteis für weite Teile Deutschlands ausgegeben. Im Westen des Landes hat sich die Lage inzwischen weitgehend entspannt. Besonders im äußersten Osten und Nordosten besteht am frühen Morgen aber noch markante Glatteisgefahr. Gegen Vormittag soll sich die Lage aber entspannen.