Panorama

Campingplatz an Vulkan getroffenMehrere Menschen nach Erdrutsch in Neuseeland vermisst

22.01.2026, 10:07 Uhr
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Polizei und Feuerwehr erkunden das verschüttete Areal. (Foto: TVNZ via AP)

In Neuseeland fällt in der Nacht viel Regen. Daraufhin löst sich eine Erd- und Schlammlawine, die einen Campingplatz trifft. Ein Gebäude wird erfasst, während Menschen darin duschen. Ersthelfer hören verzweifelte Rufe, die nach einer Viertelstunde jedoch verstummen.

Auf einem Campingplatz am Mount Maunganui in Neuseeland ist es zu einem schweren Erdrutsch gekommen. Mehrere Menschen werden vermisst, darunter vermutlich auch Kinder. Das neuseeländische Portal "Stuff" sprach von mindestens sechs Verschütteten. Die Behörden bestätigten diese Zahl zunächst nicht.

Heftige Regenfälle über Nacht lösten eine Schlammlawine aus, die einen Duschblock auf dem Campingplatz am Fuße des erloschenen Vulkans Mount Maunganui verschüttete, wie neuseeländische Medien berichteten. Der Erdrutsch zerstörte weitere Teile des bekannten Areals. Auch Zelte wurden von den Schlammmassen platt gedrückt, wie die Polizei mitteilte.

Augenzeugen berichteten, dass aus einem Toilettenblock Hilfeschreie zu hören waren. "Wir konnten Menschen schreien hören: 'Helft uns, helft uns, holt uns hier raus!'", sagte der Wanderer Mark Tangney der Zeitung "New Zealand Herald". Menschen auf dem Dach versuchten demnach verzweifelt, zu den Eingeschlossenen vorzudringen. Nach etwa 15 Minuten seien die Stimmen aber verstummt.

Rettungskräfte hätten alle Menschen wegen der Gefahr von Erdbewegungen von dem Unglücksort abziehen müssen. Auf im Internet verbreiteten Videos war der Moment des Unglücks zu sehen.

Wohnwagen landet im Pool

Polizeichef Tim Anderson konnte bisher keine genaue Zahl der Vermissten nennen, sagte aber auf einer Pressekonferenz, es handle sich um "eine einstellige Zahl". Wegen der Gefahr weiterer Erdrutsche mussten die Retter demnach extrem vorsichtig vorgehen. Der Schlamm befinde sich noch in Bewegung, erklärte Anderson. Es sei aber "möglich, dass wir noch jemanden lebend finden", betonte Anderson.

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Rettungskräfte stellen sich auf das Schlimmste ein. (Foto: TVNZ via AP)

Der kanadische Tourist Dion Siluch hielt sich zum Zeitpunkt des Unglücks in einer nahegelegenen Wellness-Anlage am Berg auf. Plötzlich habe "der ganze Raum zu wackeln" begonnen, sagte der 34-Jährige. "Als ich hinausging, lag ein Wohnwagen im Pool", sagte er. Eine Schlammlawine habe ihn "um etwa zehn Meter" verfehlt. Bereits eine Stunde zuvor habe er einen Erdrutsch gesehen, diesem aber keine Beachtung geschenkt.

Der Badeort Mount Maunganui liegt auf einer Halbinsel und ist für seine atemberaubende Natur, herrliche Strände und einen markanten erloschenen Vulkan bekannt - von den Neuseeländern schlicht "The Mount" genannt. Das Gebiet liegt in der weltbekannten Region Bay of Plenty auf der Nordinsel. In Neuseeland sind gerade Sommerferien, viele Menschen sind auf Reisen.

Weiterer Erdrutsch in der Region

In der nahegelegenen Ortschaft Papamoa wurden nach einem weiteren Erdrutsch, der ein Wohnhaus traf, zwei Menschen tot geborgen. Das Gebäude sei schwer beschädigt worden, teilte die Polizei mit. Auslöser der Unglücke war extremer Starkregen: In der Region fiel innerhalb von zwölf Stunden so viel Regen wie sonst in zweieinhalb Monaten - der höchste Tageswert seit Beginn der Aufzeichnungen. In mehreren Regionen wurde der Notstand ausgerufen.

Auch in anderen Teilen der Nordinsel kam es zu schweren Überschwemmungen. Nördlich von Auckland wird nach einem Mann gesucht, der mit seinem Auto beim Versuch, den Mahurangi River zu überqueren, von den Fluten mitgerissen wurde. Die Einsatzteams waren unter anderem mit Drohnen, Hubschraubern und Rafting-Booten im Einsatz, wie der Sender Radio New Zealand berichtete.

Quelle: ntv.de, mpa/dpa/AFP

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