Panorama

Randale auf öffentlichen Plätzen Mehrheit befürwortet Alkohol-Sperrzonen

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Von den Befragten der Altersgruppe über 60 sprachen sich 82 Prozent für ein Verbot aus.

(Foto: imago images/Lichtgut)

In Stuttgart und Frankfurt am Main geraten Partynächte außer Kontrolle. Hunderte randalieren, bewerfen Polizisten mit Flaschen, plündern Geschäfte. Seitdem werden Forderungen nach einem Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen laut. Eine Umfrage zeigt nun: Besonders eine Altersgruppe wäre dafür.

Nach den Ausschreitungen in Stuttgart und Frankfurt am Main befürworten 66 Prozent der Deutschen einer Umfrage zufolge ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. 32 Prozent aller Befragten sind dagegen, wie aus dem ZDF-"Politbarometer" hervorgeht. Besonders Befragte ab 60 Jahren sind für das Verbot, 82 Prozent sprachen sich in der Altersgruppe dafür aus. Bei den unter 35-Jährigen waren es dagegen nur 32 Prozent. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Stadt Stuttgart das Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen erlassen wird. Die Deutsche Polizeigewerkschaft hatte den Vorschlag nach den Krawallen in die Debatte gebracht.

In Stuttgart hatten in der Nacht zum 21. Juni Hunderte Menschen randaliert und Polizisten angegriffen. Die Einsatzkräfte wurden mit Flaschen und Steinen beworfen, etliche Geschäfte geplündert. Einige Wochen später kam es auch in Frankfurt am Main zu Ausschreitungen. Rund um den Opernplatz wurden nach Polizeiangaben ebenfalls Einsatzkräfte aus einer Menge von Hunderten Feiernden mit Flaschen angegriffen.

Nach diesen Vorfällen mehrten sich Forderungen nach Alkohol-Sperrgebieten in Städten, um Krawalle zu verhindern. "Die Kommunen sollten in größerem Umfang ermächtigt werden, für bestimmte Bereiche Alkoholverbote auszusprechen oder auch öffentliche Bereiche für bestimmte Zeiten zu sperren", sagte etwa Gerd Landsberg, der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds. Bundesinnenminister Horst Seehofer sagte zu einem möglichen Verbot: "Auch der Alkoholkonsum ist ein Teilaspekt. Wir müssen uns insgesamt mit der Frage beschäftigen, wie wir diese Gewaltexzesse verhindern können."

Quelle: ntv.de, chf/dpa/AFP