Panorama

52 Millionen Euro Strafe Milliardär fliegt mit Picasso-Schmuggel auf

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Picassos "Kopf einer jungen Frau" gehört nun dem spanischen Staat.

(Foto: picture alliance/dpa)

Kunstschätze, die "nationales Kulturgut" sind, darf auch der Besitzer nicht einfach verkaufen. Das ist in Spanien nicht anders als in Deutschland. Ein Milliardär versucht eben das mit einem Picasso - und fliegt auf. Der gescheiterte Schmuggel kommt ihn teuer zu stehen und das Gemälde ist er auch los.

Der prominente spanische Milliardär, Ex-Bankier und Kunstsammler Jaime Botín ist wegen des Versuchs des illegalen Exports eines Gemäldes von Pablo Picasso zu 18 Monaten Haft und zur Zahlung einer Geldstrafe von 52,4 Millionen Euro verurteilt worden. Der Angeklagte habe versucht, das Bild "Kopf einer jungen Frau", das nationales Kulturgut sei, ohne die erforderliche Erlaubnis der spanischen Behörden im Ausland zu verkaufen, heißt es in dem Urteil eines Madrider Strafgerichts. Dem Urteil zufolge geht das Bild zudem in den Besitz des Staates über. Der Verurteilte kann allerdings vor einer höheren Instanz Einspruch einlegen.

Die exemplarische Geldstrafe ist doppelt so hoch wie der geschätzte Wert des Bildes, das er exportieren wollte, wie das Gericht betonte. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Botín das Bild im Londoner Auktionshaus Christie's versteigern wollte. Hinter Gitter muss der 83 Jahre alte Botín aber nicht. Haftstrafen von bis zu zwei Jahren werden in Spanien bei nicht vorbestraften Angeklagten so gut wie immer zur Bewährung ausgesetzt. Die Staatsanwaltschaft hatte eine vierjährige Haftstrafe gefordert.

Der Onkel der Präsidentin der Banco Santander, Ana Botín, war zwischen 1986 und 2002 Präsident der Bank Bankinter. "Kopf einer jungen Frau", das 1906 entstand und aus Picassos "Rosa Periode" stammt, war den Erkenntnissen zufolge außer Landes geschmuggelt worden. Der französische Zoll stellte das Bild 2015 auf einem Boot vor der Küste der Insel Korsika sicher. Die Behörden hatten nach eigenen Angaben einen Tipp erhalten, dass das Werk zunächst illegal in die Schweiz gebracht werden sollte.

Auch in Deutschland gelten Regelungen, die die Ausfuhr von Kulturgütern scharf reglementieren. Basierend auf internationalen Abkommen soll so verhindert werden, dass nicht nur "Kunstwerke und archäologische Einzelstücke, sondern vor allem wichtige Erkenntnisquellen über Geschichte und Kultur" unwiederbringlich verloren gehen, erklärt das Auswärtige Amt. Innerhalb der EU wurden im April 2019 neue gemeinsame Regeln für die Einfuhr solcher Güter auf den Weg gebracht, die für die Union ein einheitliches und abgestimmtes Vorgehen schaffen sollen. Sie treten ab Herbst in Kraft und sind für alle Mitgliedstaaten bindend.

Quelle: ntv.de, mra/dpa