Panorama

Über 88 Millionen ergaunert LKA fahndet weltweit nach "Kryptoqueen"

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OneCoin wurde professionell vermarktet und hatte seinen Hauptsitz in Sofia.

(Foto: imago images / ecomedia/robert fishman)

Sie tritt als seriöse Juristin an bekannten Plätzen wie dem Wembley-Stadion auf und bringt Tausende Menschen dazu, in die von ihr erfundene wertlose Kryptowährung OneCoin zu investieren. Mit den ergaunerten Millionen führt die 41-Jährige ein Luxusleben. Das LKA ermittelt mit Hochdruck.

Zielfahnder des Landeskriminalamts (LKA) Nordrhein-Westfalen suchen weltweit nach der flüchtigen Millionenbetrügerin Ruja Ignatova. Die 41-Jährige soll "als treibende Kraft und geistige Erfinderin" der vermeintlichen Kryptowährung OneCoin Investoren in der ganzen Welt veranlasst haben, in diese tatsächlich wertlose Währung zu investieren, wie die Staatsanwaltschaft Bielefeld und das LKA in Düsseldorf mitteilten.

"Wir wollen die größte Kryptowährung der Welt werden – größer als Bitcoin", rief Ignatova Tausenden Menschen 2016 noch im Londoner Wembley-Stadion zu, wie die "Bild"-Zeitung berichtete. Wenige Monate später verschwand die selbsternannte "Kryptoqueen" mit dem ergaunerten Geld im Untergrund. Damit soll Ignatova ein Luxusleben mit teuren Villen, noblen Yachten und Rolls-Royce geführt haben.

Den bislang festgestellten Betrugsschaden beziffern die Ermittler auf mehr als 88 Millionen Euro. Der weltweit verursachte Schaden dürfte aber deutlich höher sein - geschätzt wird die Summe auf vier Milliarden Euro. Die Anleger wurden demnach über die technischen Hintergründe des sogenannten Minings getäuscht. Der vermeintliche, letztlich stetig steigende Wert von OneCoin sei von der Beschuldigten intern vorgegeben worden und habe nicht auf Marktmechanismen beruht.

5000 Euro Belohnung ausgesetzt

Gegen die in Bulgarien geborene Frau mit deutscher Staatsbürgerschaft wird wegen gemeinschaftlichen Betrugs im besonders schwerem Fall sowie wegen Geldwäsche ermittelt. Die 41-Jährige ist seit Oktober 2017 untergetaucht, ihr Aufenthalt ist unbekannt. Für Hinweise zur Ergreifung der Flüchtigen sind 5000 Euro Belohnung ausgesetzt.

Zusätzlich zu den bereits bestehenden nationalen und europäischen Haftbefehlen wurde nun auch die weltweite Öffentlichkeitsfahndung nach der Flüchtigen eröffnet. In die Fahndung sind damit alle 194 Interpol-Mitgliedsstaaten eingebunden. Ein öffentlicher Fahndungsaufruf sollte am Abend auch in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" zu sehen sein.

Quelle: ntv.de, can/AFP

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