Schäden in Präfektur KumamotoMindestens ein Todesopfer bei schwerem Erdbeben in Japan

Tief unter der Erdoberfläche Japans kommt es zu einem Beben der Stärke 7,1. Die Präfektur Kumamoto ist davon besonders betroffen. Dort werden zahlreiche Gebäude beschädigt und viele Menschen verletzt. Ein Mensch stirbt. Kurzzeitig wird sogar vor einem folgenden Tsunami gewarnt.
Bei dem schweren Erdbeben im Südwesten Japans ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtete, starb das Opfer beim Zusammenbruch eines Hauses in der am schwersten betroffenen Präfektur Kumamoto auf der südwestlichen Hauptinsel Kyushu.
Der japanische Fernsehsender NHK berichtete von mindestens 50 Verletzten. Straßen und Gebäude wurden beschädigt. Eine vorübergehende Warnung vor einem ein Meter hohen Tsunami wurde wieder aufgehoben. Kurz nach der ersten Erschütterung kam es auf Kyushu zu starken Nachbeben.
Kumamoto war bereits vor zehn Jahren von einem ebenfalls schweren Erdbeben der Stärke 7,3 heimgesucht worden. Dutzende Menschen waren dabei direkt ums Leben gekommen. Zehntausende weitere mussten zeitweise in Notunterkünften untergebracht werden. Zudem gab es schwere Schäden an Gebäuden, darunter an der berühmten Burg von Kumamoto. Laut Kyodo wurde infolge des erneuten Bebens ein Teil der Steinmauer der Burg beschädigt, wie auf Aufnahmen zu sehen war.
Nach vorläufigen Angaben der Präfekturpolizei stürzten diesmal rund ein Dutzend Häuser ein. In einem großen Einkaufszentrum in Kumamoto kam es dem Sender NHK zufolge zudem zu einer Explosion. Auf Luftaufnahmen des Senders waren enorme Schäden an dem Gebäude zu sehen. Mehrere Personen sollen eingeschlossen sein. Es gab zudem Berichte über Verletzte. Einsatzkräfte suchten fieberhaft nach Vermissten. Ein Güterzug in der Region sei außerdem entgleist, wie Kyodo berichtete. Die Start- und Landebahnen am Flughafen Aso Kumamoto wurden bis auf weiteres gesperrt.
Pflegeheimbewohner unter den Verletzten
Es gingen bei der Feuerwehr unentwegt Notrufe ein, berichtete NHK. Unter den Verletzten befinden sich demnach etwa zehn Bewohner eines Pflegeheims. Bewohner, die im Rollstuhl saßen, seien gestürzt. Es gebe aber keine Schwerverletzten. "Ich war gerade mit Büroarbeit beschäftigt, als es plötzlich heftig vor und zurück schwankte", wurde einer der Mitarbeiter des Pflegeheims zitiert. "Ich klammerte mich an den Schreibtisch, aber die Erschütterungen waren so stark, dass ich mich nicht ganz abstützen konnte."
Zudem gingen bei den örtlichen Behörden Medienberichten zufolge Meldungen über vereinzelte Brände ein. In rund 48.000 Haushalten fiel der Strom aus. Es gebe aber keine Unregelmäßigkeiten an Atomkraftwerken durch die starke Erschütterung, berichteten japanische Medien unter Berufung auf die Betreiber.
Das Bebenzentrum lag in der Region Kumamoto in einer Tiefe von zehn Kilometern. Auch andere Gebiete wurden erschüttert. Auf Autobahnen in Kyushu - vorwiegend in der Präfektur Kumamoto - seien mehrere Streckenabschnitte gesperrt worden, berichtete der Sender NHK weiter. Zudem war der Betrieb von Hochgeschwindigkeits- und lokalen Zügen unterbrochen.
Das Beben ereignete sich zu einer Zeit extremer, schwüler Sommerhitze. Das Umweltministerium in Tokio rief dazu auf, bei Evakuierungen kühle Orte aufzusuchen, ausreichend Flüssigkeit und Salz zu sich zu nehmen und sich vor möglichem Hitzeschlag zu schützen. Japans Regierungschefin Sanae Takaichi wies ihre Ministerien an, sofort nötige Notfallmaßnahmen vor Ort zu treffen.