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1800 Menschen evakuiertMinisterin: Waldbrand in Eifel wohl größter in NRW-Historie

14.08.2026, 16:37 Uhr
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Helikopter-fliegen-an-um-Wasser-in-Loeschwasser-Aussenlastbehaeltern-zum-Einsatz-beim-Waldbrand-im-Huertgenwald-aufzunehmen-Mehrere-Hundert-Hektar-Waldflaeche-stehen-in-Flammen
Mehrere Hubschrauber unterstützen die Einsatzkräfte am Boden. (Foto: picture alliance/dpa)

Seit Stunden kämpfen die Einsatzkräfte gegen einen Waldbrand im nordrhein-westfälischen Hürtgenwald. Die Regierung spricht inzwischen vom größten Brand in der Landesgeschichte. Fast 2000 Menschen haben vorsorglich ihre Häuser verlassen müssen.

Der Waldbrand im Hürtgenwald ist nach Einschätzung der Landesregierung der größte in der Geschichte von Nordrhein-Westfalen. "Wir wüssten zumindest nicht, dass es einen Waldbrand gab, der daran herangereicht hat", sagt NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen bei einem Besuch der Einsatzkräfte. Inzwischen sind fast 2000 Menschen evakuiert, hunderte Helfer sind am Boden im Einsatz. Aus der Luft unterstützen mehrere Löschhubschrauber. Das betroffene Gebiet liegt zwischen Aachen und Düren.

"Wir haben es hier in Hürtgenwald mit einem Ausmaß zu tun, mit dem wir so nichts zu tun hatten in Jahrzehnten", sagte die CDU-Politikerin weiter. "Das ist einfach eine andere Hausnummer."  Sie gehe von einer betroffenen Mindestfläche von 200 Hektar aus. "Es wird wahrscheinlich schon einiges mehr sein, möglicherweise kratzen wir hier an der 300."

Derweil ist die Lage weiterhin nicht unter Kontrolle. Einer Sprecherin des Landkreises Düren zufolge konzentrierten sich die Einsatzkräfte darauf, ein Übergreifen der Flammen auf den in der Nacht geräumten Ortsteil Gey zu verhindern. Unverändert sei die Entwicklung in erster Linie von den Windverhältnissen abhängig. In der Nacht hatte der Wind die Flammen zeitweise mit rasender Geschwindigkeit angetrieben und bis in Baumkronen schlagen lassen.

Der Brand befand sich den Angaben zufolge weiter 150 bis 200 Meter von der Siedlung entfernt, im Einsatz waren neben hunderten Einsatzkräften am Boden von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Bundeswehr und weiteren Organisationen laut Kreisverwaltung zudem parallel permanent mindestens drei Löschhubschrauber. Wasserwerfer der Polizei sowie Panzer der Bundeswehr waren laut ebenso am Geschehensort. In den brennenden Wald wurden in der Nacht Schneisen gezogen, um die Ausbreitung der Flammen einzudämmen, wie es vom Landkreis hieß. Außerdem wurde mit Gegenfeuern gearbeitet, um den Brand einzudämmen.

Eine schnelle Rückkehr der evakuierten rund 1800 Einwohner von Gey ist der Sprecherin zufolge nicht absehbar. Demnach liefen bereits Planungen, diese auch über Nacht unterzubringen. Der Waldbrand war am Vortag ausgebrochen und hatte sich in der Nacht zeitweise sehr schnell ausgebreitet. Wegen der unkalkulierbaren Entwicklung sowie zur Erleichterung der Arbeit der Einsatzkräfte ordneten die Behörden deshalb die Evakuierung von Gey an.

Dürens Landrat Ralf Nolten geht nach eigenen Angaben von einem längeren Einsatz aus. "Wir sind noch lange nicht durch", sagte er. Für zusätzliche Probleme sorgen Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg, die die Einsatzkräfte gefährden könnten. In der Nacht habe es immer wieder "geknallt", sagte er. Der Landkreis berichtete davon, dass auch tagsüber von den Einsatzkräften Explosionen gehört wurden. Am Ende des Kriegs gab es im Hürtgenwald südöstlich von Aachen heftige Kämpfe.

Ministerin Gorißen sagte, dass sie schon von weitem während der Anfahrt die Rauchsäulen habe aufsteigen sehen. "Das ist so ein bisschen apokalyptisch. Es ist ein sehr beeindruckendes Bild, sehr trauriges Bild, den Wald brennen zu sehen." Beeindruckend sei aber auch, welch unfassbare Zahl von Menschen hier mit anpacke, um das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. "Es ist schon ein wahnsinniges Ausmaß." Sie appellierte an alle Bürgerinnen und Bürger, keine Wälder zu betreten, um nicht noch weitere Brände auszulösen. "Fast alle Waldbrände sind menschengemacht."

Unterdessen ist auch knapp 80 Kilometer südöstlich im Landkreis Mayen-Koblenz ein inzwischen großflächiger Wald- und Wiesenbrand ausgebrochen. Einwohner von zwei Orten müssen darauf einstellen, ihre Häuser zu verlassen. "Bereiten Sie sich auf eine Evakuierung der Ortschaften Langenfeld und Arft vor", heißt es in einer Warnmeldung. Zum jetzigen Zeitpunkt handele es sich um eine vorbereitende Maßnahme, teilte der rheinland-pfälzische Landkreis mit. Die betroffenen Ortschaften haben zusammen rund 900 Einwohner. 

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/AFP

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