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Behörden-Chef muss sich erklären Ministerium untersagt Elfenflüsterei auf A2

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Auf der Autobahn 2 passieren besonders viele Unfälle. Eine Elfenbeauftragte sollte helfen, die Unfallzahl eventuell zu minimieren.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Autobahn 2 gilt als besonders unfallträchtig. Als eine Elfenbeauftragte der zuständigen Straßenbaubehörde ihre Hilfe anbietet, sagt diese nicht Nein. Prompt gelangt der Fall an die Öffentlichkeit. Das Ministerium sieht das gar nicht gerne.

Nachdem öffentlich geworden ist, dass eine Elfenbeauftragte mehrere Streckenabschnitte der Autobahn 2 "energetisch versiegelt" hatte, hat das niedersächsische Verkehrsministerium Konsequenzen aus dem Vorfall gezogen. Laut "Bild"-Zeitung musste der Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Friedhelm Fischer, beim Abteilungsleiter für Verkehr im Ministerium vorsprechen. "Man hat sich darauf verständigt, dass es solche Vorfälle in Zukunft nicht mehr geben wird", sagte Ministeriumssprecher Eike Frenzel dem Blatt.

Der Fall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt, nachdem bekannt geworden war, dass sich neben den Verkehrsplanern auch eine Elfenbeauftragte um die unfallträchtige A2 in Niedersachsen kümmert. Melanie Rüter habe bereits mehrere Streckenabschnitte "energetisch versiegelt", hieß es. Unterstützt wurde sie von der Straßenbaubehörde.

Abgesichert von einem Lastwagen der Autobahnmeisterei Braunschweig und in Begleitung zweier Mitarbeiter der Behörde, steuerte Rüter an einem Tag im Juni fünf neuralgische Punkte an der A2 zwischen Lehrte und Braunschweig an. Auch die Tierkommunikatorin Marion Lindhof war mit von der Partie.

"Sehr traurige Energien"

Auf der Autobahn hätten sie sofort "sehr traurige Energien" gespürt, sagten die Frauen mehreren Medien. "In einigen Fällen waren es aufgebrachte Naturwesen, die rebellierten und sich ihr Stück Natur zurückholen wollten." Aber auch Wildschweine verursachten viele Unfälle, weil ihnen ihr Revier genommen worden sei. Es handle sich um "Halbstarke, die auf Krawall gebürstet sind".

"Elfenbeauftragte nehmen Kontakt zu Naturgeistern, Elementar- und Erdwesen auf", erklärte Rüter ihr Tätigkeitsfeld. Die Menschen könnten mit Elfen, Zwergen und Trollen im Einklang leben, wenn sie ihnen nur genug Platz ließen - so auch an der A2.

Friedhelm Fischer, Chef der Landesstraßenbaubehörde in Hannover, sagte zunächst: "Wir sind eine offene Behörde." Er selbst sei zwar eher ein wissenschaftlich-skeptischer Typ. "Aber wenn die Frauen glauben, mit ihren Kräften etwas bewirken zu können, unterstützen wir das." Im Gespräch mit "Bild" sagte Fischer: Die Frauen mitzunehmen, habe keine zusätzlichen Kosten oder zusätzliche Arbeit verursacht. "Schaden kann es ja nichts, dachte ich mir. Wir hatten auch schon Wünschelrutengänger dabei."

Quelle: n-tv.de, kpi/AFP

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