Panorama

Prostitution von Heimkindern Missbrauchsskandal erschüttert Mallorca

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Sozialarbeiter prangern die Untätigkeit der Sozialbehörde IMAS an.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach der mutmaßlichen Vergewaltigung einer 13-Jährigen kommt auf Mallorca ein Missbrauchsskandal ans Licht. Offenbar wurden dort Heimkinder zur Prostitution verleitet. Sozialarbeiter kritisieren die Behörden: Sie hätten die Zustände bereits vor Jahren angezeigt.

Ein Skandal um den sexuellen Missbrauch von Heimkindern erschüttert Mallorca. Die Sozialbehörde der spanischen Urlaubsinsel (IMAS) räumte nach mehreren Anzeigen und Medienberichten ein, man habe von mehreren Fällen Kenntnis. 16 Heimbewohner, 15 Mädchen und ein Junge, seien den Erkenntnissen zufolge zur Prostitution verleitet worden. Sozialarbeiter, die von der Zeitung "Diario de Mallorca" zitiert werden, bezeichneten diese Zahl aber als stark untertrieben und kritisierten die Behörden.

"Seit mehr als drei Jahren zeigen wir diese Zustände an. Aber das IMAS hat keine Maßnahmen ergriffen", sagte ein Sozialarbeiter. Häufig betätigten sich demnach etwa andere minderjährige Mitbewohner als "Kuppler", um an kleine Geldbeträge oder an Drogen zu kommen, hieß es. Aber auch Erwachsene sollen verwickelt sein. IMAS verwies derweil darauf, dass es einige Maßnahmen gegeben habe. In zwei Fällen habe man betroffene Minderjährige zum Beispiel in Heime auf das spanische Festland verlegt.

Nach Angaben des regionalen Ministeriums für Soziales wurden in den vergangenen drei Jahren fünf Heimmitarbeiter - vier Frauen und ein Mann - wegen "unangemessenen sexuellen Verhaltens" fristlos entlassen. Vier dieser Mitarbeiter seien angezeigt worden, so Ministerin Fina Santiago zur Zeitung "Ultima Hora".

Die öffentliche Debatte über die Zustände in Kinder- und Jugendheimen auf Mallorca läuft seit einigen Tagen. Sie wurde von einer Anzeige wegen einer mutmaßlichen Vergewaltigung einer 13-Jährigen ausgelöst. Die Heimbewohnerin soll Heiligabend in der Inselhauptstadt Palma von mehreren Jugendlichen vergewaltigt worden sein. Sie sagte bei der Polizei aus, sie habe vor der Vergewaltigung mehrere Angebote erhalten, sich zu prostituieren. Bisher wurden in Zusammenhang mit der Anzeige sieben Jugendliche und ein Erwachsener festgenommen.

Quelle: ntv.de, ftü/dpa