Panorama

Studie mit 6700 Probanden Moderna will Impfstoff an Kindern testen

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Das Altersspektrum der Studienteilnehmer liegt zwischen sechs Monaten und elf Jahren.

(Foto: picture alliance / abaca)

Der US-Impfstoffhersteller Moderna kündigt eine Studie an, auf die Kinderärzte schon warten: An unter Zwölfjährigen soll geprüft werden, ob das Vakzin wirksam und verträglich ist. Denn während die Inzidenz unter Jugendlichen rasant steigt, sind die verfügbaren Präparate nur für Erwachsene zugelassen.

Das US-Unternehmen Moderna prüft die Wirksamkeit und Verträglichkeit seines Corona-Impfstoffs bei Kindern mit einer Testreihe bei unter Zwölfjährigen. Die klinischen Tests an Kindern in den USA und Kanada hätten bereits begonnen, teilte Moderna mit. Insgesamt rund 6750 gesunde Kinder im Alter von sechs Monaten bis 11 Jahren sollen demnach daran teilnehmen.

Die Studie werde dabei helfen, die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs mRNa-1273 für die so wichtige Bevölkerungsgruppe der Kinder besser einzuschätzen, erklärte Moderna-Chef Stéphane Bancel. Junge Kinder entwickeln nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 meist nur milde oder gar keine Symptome, sie können das Virus aber weitertragen. Deswegen werden in aller Welt zur Eindämmung der Pandemie immer wieder Kitas und Schulen geschlossen.

Wie das Mainzer Unternehmen Biontech hat Moderna einen Corona-Impfstoff auf Grundlage der neuen mRNA-Technologie entwickelt, von dem für eine Immunisierung gegen das Coronavirus zwei Dosen benötigt werden. Seit dem 6. Januar ist das Moderna-Vakzin in der EU für Erwachsene zugelassen. In den USA wurde bereits im Dezember eine Notfallzulassung erteilt.

RKI: Inzidenz steigt rasant

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hatte erst am Freitag festgestellt, dass die Inzidenz bei Jugendlichen und Kindern zum Teil "rasant" ansteigt. "Wir haben in Kitas wieder mehr Ausbrüche, sogar mehr als vor Weihnachten", sagte RKI-Chef Lothar Wieler.

In Deutschland erfassen Kinder- und Jugendärzte seit einem Jahr Symptome von Covid-19-Erkrankungen bei Minderjährigen in einem eigenen Register. Jörg Dötsch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), verlangte in diesem Zusammenhang bereits im Februar eine klare Impf-Perspektive für Kinder. "Wir hoffen, dass so schnell wie möglich ein Impfangebot für Kinder kommt", betonte Dötsch gegenüber der "Rheinischen Post". "Einerseits wegen des individuellen Schutzes der Kinder, um sie vor der Krankheit selbst, aber auch vor den Folgen wie Quarantäne zu schützen. Andererseits ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen geimpft sind, um so die weitere Übertragung zu vermindern", sagte der DGKJ-Präsident. Allerdings hinke die Forschung dazu hinterher. "In den Zulassungsbescheinigungen der Europäischen Zulassungsbehörde EMA ist festgeschrieben, dass erst bis 2024 entsprechende Studien bei Kindern vorliegen müssen - das hat uns sehr enttäuscht und besorgt gemacht", sagte der Mediziner.

Quelle: ntv.de, mau/AFP

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