Panorama

Zahlen auf "zu hohem Niveau" Wieler: Mehr Ausbrüche in Kitas als Ende 2020

RKI-Chef Wieler ist besorgt: Deutschland lockert, während die Corona-Zahlen steigen. Die Fallzahlen hätten sich "auf einem zu hohen Niveau" eingependelt. Er fordert die Bevölkerung dazu auf, auf den letzten Metern der Pandemie nicht den Fokus zu verlieren.

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, ist angesichts der aktuellen Infektionszahlen besorgt. "Die Fallzahlen haben sich seit einiger Zeit auf einem zu hohen Niveau eingependelt", sagt Wieler. Bei Jugendlichen und Kindern steige die Inzidenz zum Teil "rasant" an. "Wir haben in Kitas wieder mehr Ausbrüche, sogar mehr als vor Weihnachten." Auch die Zahl der Intensivpatienten steige wieder leicht.

Wieler verglich den Kampf gegen die Pandemie mit einem Marathon: "Wir befinden uns im letzten Drittel - und das ist bekanntermaßen besonders anstrengend. Auch weil jetzt noch ein Wettlauf mit den Varianten hinzugekommen ist." Mit fortschreitender Impfung der Bevölkerung werde Deutschland in "eine neue Phase der Pandemie" eintreten, hin zur Kontrolle des Virus.

Bis dahin forderte Wieler die Bürger dazu auf, weiter einen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie zu leisten. "Zu Beginn dieses Jahres ist es uns sehr gut gelungen, die Fallzahlen zu reduzieren. Aber jetzt stehen wir am Anfang der dritten Welle." Diese müsse so flach wie möglich gehalten werden.

Wieler hob aber auch Erfolge hervor: "Wir sehen, dass die Fallzahlen bei den Ältesten zurückgehen." Dies zeige, dass es richtig war, die Ältesten zuerst zu impfen. "Das Alter ist der wesentliche Risikofaktor", sagte Wieler. Insgesamt sei auch die Zahl der täglich gemeldeten Toten rückläufig. "Das ist ganz sicher auch ein Effekt der Impfungen", sagte Wieler.

Spahn verweist auf Erfolge

Spahn bezeichnete die Pandemielage in Deutschland als weiter angespannt. "Wir müssen uns noch auf einige sehr herausfordernde Wochen einstellen", sagte der Minister. Große Hoffnungen setze er auf die spätestens ab Mitte April vorgesehene Einbeziehung der Hausärzte bei den Corona-Impfungen. "Der Wechsel in die Arztpraxen ist ein entscheidender Schritt." Dies sei der Grundstein, um in der Impfkampagne "deutlich" an Geschwindigkeit gewinnen zu können.

Spahn widersprach der lauter werdenden Kritik am Krisenmanagement der Bundesregierung in der Coronakrise. Es müssten auch die Erfolge gesehen werden, etwa der Schutz für die besonders gefährdete ältere Bevölkerung. Mittlerweile könnten viele Pflegeheime auch ihre strikten Besuchsregeln wieder lockern. "Wir haben im europäischen Vergleich bis hierhin auch in der zweiten Welle viele Bürgerinnen und Bürger schützen können", sagte Spahn.

Quelle: ntv.de, jog/AFP/rts

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