Niedergestochen und angezündetMordversuch in Stuttgart: Mann durfte sich Ehefrau nicht nähern

Kurz nach Öffnung der Läden greift ein Mann eine Angestellte in einer Stuttgarter Shopping-Mall brutal an. Er sticht die Frau nieder und zündet sie an, danach flieht er. Bei dem Opfer handelt es sich um seine Ehefrau. Ein Richter setzt den Haftbefehl gegen den Deutschen in Vollzug.
Nach dem Angriff auf seine Ehefrau in einem Stuttgarter Einkaufszentrum muss ein 54 Jahre alter Mann in Untersuchungshaft. Der Tatverdächtige sei dem Haftrichter vorgeführt worden, der den von der Staatsanwaltschaft beantragten Haftbefehl in Vollzug gesetzt habe, sagte ein Polizeisprecher. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft werfen die Ermittler dem Mann versuchten Mord vor.
Der Mann soll die 47-Jährige am Donnerstag kurz nach Öffnung des Einkaufszentrums mit einem Messer angegriffen und angezündet haben. "Zeugen haben die Frau mit einem Feuerlöscher gelöscht", sagte ein Polizeisprecher. Die Frau erlitt lebensgefährliche Verletzungen und wurde in einem Krankenhaus operiert. Sie befinde sich weiter in einem kritischen Zustand, so die Polizei. Die Frau arbeitete den Angaben nach in dem Einkaufszentrum in einem Ladengeschäft.
Wie nun bekannt geworden ist, hätte sich der Tatverdächtige dem Opfer eigentlich nicht nähern dürfen. Nachdem es im Juni zu einem Fall von Partnerschaftsgewalt gekommen sei, habe ein gerichtlich verhängtes Kontakt- und Annäherungsverbot bestanden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Der Mann hätte sich weder seiner Frau noch ihrer Arbeitsstelle nähern dürfen, hieß es.
Dafür, dass der Mann sich nicht an das Verbot halten würde, habe es keine Anhaltspunkte gegeben. Der Deutsche war laut Polizei bereits vor der Partnerschaftsgewalt wegen kleinerer Delikte auffällig gewesen. Worum es dabei genau ging, wollte die Polizei nicht sagen.
Zeugen melden Verdächtigen in der Stadtbahn
Der Tatverdächtige war nach dem Vorfall zunächst geflohen. Der Mann wurde nicht, wie ursprünglich von der Polizei berichtet, im Stuttgarter Stadtteil Heumaden festgenommen, sondern in einem Waldgebiet im Stadtteil Sillenbuch. Die Polizei war ihm nach aktuellen Informationen nach Hinweisen aus der Bevölkerung auf die Spur gekommen: Der 54-Jährige war Reisenden einer Stadtbahn aufgefallen, sie riefen die Polizei. An dem Mann wurden Spuren von Blut und eines Kampfes entdeckt. Einsatzkräfte nahmen ihn rund zwei Stunden nach der Tat fest.
Die Shopping-Mall liegt am Mailänder Platz im Europaviertel, wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg entfernt. In dem rund 43.000 Quadratmeter großen Einkaufszentrum gibt es etwa 200 Läden, Gastronomie- und Dienstleistungsbetriebe. Es war nach der Tat geräumt und teilweise abgeriegelt worden. Als die Polizei ihren Einsatz beendet hatte, nahm es aber den Betrieb wieder wie gewohnt auf.